Wachstumstrübung bei STMicroelectronics: Unsicherheiten belasten
Der renommierte europäische Chiphersteller STMicroelectronics sieht sich weiterhin mit einer zögerlichen Erholung der Nachfrage aus der Automobil- und Industriebranche konfrontiert. Angesichts der jüngsten Finanzdaten des Unternehmens, die für das dritte Quartal einen Umsatz von rund 3,2 Milliarden US-Dollar aufzeigen, stellt sich eine eher durchwachsene Lage dar. Obwohl dies im Vergleich zum zweiten Quartal eine Verbesserung um gut 15 Prozent bedeutet, liegt der Umsatz dennoch um zwei Prozent unter dem Niveau des Vorjahres.
Für das letzte Quartal des Jahres zeichnet CEO Jean-Marc Chery ein wechselhaftes Bild: Die erwarteten Erlöse könnten dem aktuellen Umsatz nahekommen oder leicht darüber bzw. darunter liegen. An der Börse kamen die jüngsten Ergebnisse sowie der verhaltene Ausblick nicht gut an, was sich in einem Kursrückgang von rund vier Prozent auf 24,46 Euro niederschlug.
Chery hat die Prognose für das Schlussquartal auf einen mittleren Umsatzwert von 3,28 Milliarden Dollar festgesetzt, was ein Wachstum von 2,9 Prozent im Quartalsvergleich bedeutete, wobei Abweichungen um 3,5 Prozentpunkte möglich sind. Laut Analysten wie Janardan Menon von Jefferies bleibt die Umsatzerwartung überraschend schwach, obwohl das Unternehmen von einer soliden operativen Gewinnmarge von 35 Prozent ausgeht, nach einem Rückgang auf 33,2 Prozent im dritten Quartal.
Die aktuelle Herausforderung resultiert aus dem schleppenden Nachfrageverhalten der Industriekunden, die infolge voller Lagerbestände seit der Corona-Krise und der angespannten wirtschaftlichen Lage ihre Bestellungen zurückgefahren hatten. Zudem verschärft ein Handelskonflikt zwischen den USA und China die Unsicherheiten.
Konkrete Hoffnung auf eine Stabilisierung des Marktes äußert Analyst David Dai von Bernstein Research, der darauf spekuliert, dass die Autohersteller auf eine drohende Chipkrise reagieren könnten. Die jüngste Übernahme der Kontrolle über den niederländischen Chiphersteller Nexperia durch die Regierung und Chinas anschließende Ausfuhrbeschränkungen für die Produkte des Unternehmens könnten die Hersteller dazu veranlassen, ihre Lagerbestände neu zu überdenken und möglicherweise zu erhöhen, was den Markt entlasten könnte.

