Volkswagen eröffnet Batterieproduktion in Salzgitter: Ein Signal für Europas Zukunft

Der Volkswagen-Konzern hat einen bedeutenden Schritt in Richtung Unabhängigkeit und technologischer Kompetenz unternommen, indem er seine eigene Batterieproduktion gestartet hat. Das erste Werk der Batterietochter PowerCo in Salzgitter hat offiziell die Produktion aufgenommen und ist damit pünktlich im Rahmen der im Jahr 2025 angekündigten Zeitvorgaben gestartet.
Die Fertigungsstätte befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen VW-Motorenwerks, und Investitionen von über einer Milliarde Euro unterstreichen die strategische Bedeutung dieses Projekts. Weitere Werke sind bereits in der Planung: In Valencia, Spanien, soll die Produktion 2026 starten, gefolgt von einem Werk in St. Thomas, Kanada, im Jahr 2027. Konzernchef Oliver Blume bezeichnete den Neubau als ein starkes technologisches Signal für Europa und als entscheidenden Bestandteil der Konzernstrategie.
Als erster europäischer Automobilhersteller hat Volkswagen die Entwicklung und Produktion von Batteriezellen in Eigenregie aufgenommen, mit dem Ziel, die Position im globalen Wettbewerb zu stärken. Aktuell sind die Produktionszahlen in Salzgitter noch moderat, jedoch wird ein deutlicher Anstieg erwartet. Langfristig sollen 600.000 bis 700.000 Batteriezellen täglich produziert werden, was einer jährlichen Kapazität von 20 Gigawattstunden entspricht.
Diese Kapazität reicht aus, um etwa 250.000 Elektrofahrzeuge mit Energie zu versorgen. Die ersten Batteriezellen werden in Elektro-Kleinwagenmodellen wie dem VW ID. Polo und Cupra Raval verwendet, die ab 2026 in Spanien produziert werden. Technikvorstand Thomas Schmall betont die Bedeutung der Batterie als Schlüsseltechnologie der E-Mobilität.
Sie mache 30 bis 40 Prozent der gesamten Kosten eines Elektrofahrzeugs aus. Mit der Einheitszelle, die für bis zu 80 Prozent aller E-Autos des Konzerns genutzt werden soll, geht Volkswagen den Weg der Kostenreduktion. Trotz der dominierenden Stellung asiatischer Hersteller, insbesondere aus China, und der Rückschläge, wie der Insolvenz des schwedischen Herstellers Northvolt, sieht sich Volkswagen gut positioniert.
Laut Schmall ist der Erfolg der PowerCo eng mit dem Hochlauf der E-Mobilität verbunden. Derzeit seien keine weiteren Standorte als die in Salzgitter, Valencia und St. Thomas geplant. PowerCo-Chef Frank Blome bleibt optimistisch: „Wir glauben an die Elektromobilität“, betonte er, ungeachtet etwaiger Diskussionen über das Verbrenner-Aus in der EU.

