Vodafone auf Erfolgskurs: Optimistische Prognosen und Wachstum im Deutschland-Geschäft
Vodafone hat im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2025/26 beachtliche Erfolge erzielt, sowohl beim Umsatz als auch beim operativen Gewinn. Der britische Telekommunikationskonzern profitiert maßgeblich von einer positiven Entwicklung im deutschen Markt und der strategischen Übernahme des Mobilfunkanbieters Three in Großbritannien. Dank dieser positiven Dynamik revidierte das Management um die Konzernchefin Margherita Della Valle die Prognose für das bereinigte operative Ergebnis (EbitdaAL) nach oben. Dieses soll nun am oberen Ende der erwarteten Spanne von 11,3 bis 11,6 Milliarden Euro liegen.
An der Börse wurde diese Nachricht freudig aufgenommen, was der Aktie im frühen Handel einen Sprung um knapp sechs Prozent bescherte. Vis-à-vis des Branchenindex Stoxx 600 Telecommunications setzte sich das Papier damit an die Spitze. Darüber hinaus summiert sich das Jahresplus der Vodafone-Aktien auf rund 38 Prozent, was eine bemerkenswerte Leistung im Vergleich zum Index darstellt. Rückblickend auf die letzten fünf Jahre offenbart sich jedoch ein anderes Bild: Seit Herbst 2020 verzeichneten die Vodafone-Papiere einen Rückgang von etwa 20 Prozent, während der Index um nahezu ein Viertel zulegte.
Der Umsatz des Unternehmens stieg in den ersten sechs Monaten um 7,3 Prozent auf stolze 19,6 Milliarden Euro, ein Anstieg, den Analysten in dieser Größenordnung erwartet hatten. Ein besonders starker Zuwachs von 8,1 Prozent auf 16,3 Milliarden Euro wurde im Bereich des Service-Umsatzes verzeichnet. Trotz Wechselkurseinflüssen und Veränderungen im Portfolio ergab sich ein organisches Wachstum von 5,7 Prozent.
In Deutschland zeigte sich das Geschäft von einer leicht besseren Seite, obwohl der Service-Umsatz im Halbjahresvergleich um 1,4 Prozent sank. Doch im zweiten Quartal wurde ein Wachstum von 0,5 Prozent auf 2,74 Milliarden Euro verzeichnet, das erste Plus seit sechs Quartalen, was aus Düsseldorf verlautbart wurde.
Im TV-Segment in Deutschland konnte Vodafone einen Zugewinn von 62.000 Kunden im zweiten Quartal vermelden, nachdem bereits im ersten Quartal positive Entwicklungen zu verzeichnen waren. Dennoch zeigt sich im Mobilfunkmarkt eine leicht rückläufige Kundenzahl. Dennoch profitiert Vodafone von der strategischen Partnerschaft mit 1&1, die rund 11 Millionen Kunden in das Vodafone-Netz brachte, was maßgeblich zur Umsatzsteigerung beiträgt. Im Breitbandsektor musste jedoch ein leichter Rückgang der Kundenanzahl im Zeitraum von Juli bis September in Kauf genommen werden.
Der positive Schwung im TV-Geschäft ist vor allem bemerkenswert, da sich dieses Segment in den letzten Quartalen mit Herausforderungen konfrontiert sah, insbesondere durch das Auslaufen des Nebenkostenprivilegs. Dies ermöglichte es Vermietern seit Mitte letzten Jahres nicht mehr, die Kosten für Kabelanschlüsse pauschal über die Mietnebenkosten abzurechnen, was viele Kunden dazu veranlasste, nach alternativen Anbietern Ausschau zu halten.
Das um Sondereffekte bereinigte EbitdaAL legte auf Konzernebene um 5,9 Prozent auf 5,7 Milliarden Euro zu, was im Einklang mit den Markterwartungen steht. Organisch stieg dieser Wert um 6,8 Prozent, was die solide Leistung des Unternehmens untermauert.

