Visa trotzt Erwartungen: Solide Zahlen, aber Kursverluste
Der Zahlungsdienstleister Visa hat im ersten Geschäftsquartal beeindruckende Resultate vorgelegt und dabei die Erwartungen vieler Analysten übertroffen. Umsatz und Gewinn des Unternehmens stiegen deutlich an, wobei der Nettoumsatz um 15 Prozent auf 10,9 Milliarden US-Dollar zunahm und der Überschuss um 14 Prozent auf 5,9 Milliarden Dollar anwuchs. Trotz dieser starken Performance zeigte sich der Finanzmarkt zunächst enttäuscht. Bereits im frühen New Yorker Handel sackte der Kurs der Visa-Aktie um zwei Prozent ab, nachdem sie einen Tag zuvor mit einem Zuwachs von anderthalb Prozent geschlossen hatte.
Diese verhaltene Reaktion könnte auf die hohen Erwartungen der Investoren zurückzuführen sein, die angesichts der starken Ergebnisse von Visas Konkurrenten Mastercard nach noch eindrucksvolleren Zahlen dürsteten. Mastercard beeindruckte mit einem Umsatzanstieg von 18 Prozent auf 8,8 Milliarden Dollar und einem Gewinnsprung von 22 Prozent auf 4,1 Milliarden Dollar. Als nächstes wird die Branche die Geschäftszahlen von American Express aufmerksam verfolgen, die am Freitag veröffentlicht werden sollen.
Derzeit wird die amerikanische Kreditkartenbranche von politischen Spannungen überschattet. US-Präsident Donald Trump hat kürzlich eine einjährige Zinsobergrenze von zehn Prozent für Kreditkarten angekündigt, die ab dem 20. Januar gelten soll. Diese Maßnahme könnte erhebliche Auswirkungen auf die Profitabilität der Branche haben, da der durchschnittliche Kreditkartenzinssatz bislang bei 21,5 Prozent liegt, wie die Federal Reserve im November 2025 berichtete.
Banken und Lobbygruppen zeigten sich besorgt und warnten, dass eine solche Obergrenze die Kreditvergabe einschränken und erhebliche Schäden für viele amerikanische Familien und kleine Unternehmen mit sich bringen könnte. Die genauen Konsequenzen blieben jedoch unklar.

