Verurteilung von Kremlkritiker Sergej Udalzow in Moskau sorgt für Aufsehen
In einer aufsehenerregenden Entscheidung hat ein Moskauer Gericht den linksgerichteten Kremlkritiker Sergej Udalzow zu sechs Jahren Haft in einer Strafkolonie verurteilt. Die Anklage bezichtigte ihn der Rechtfertigung von Terrorismus. Die verhängte Strafe liegt damit ein Jahr unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die sieben Jahre gefordert hatte. Udalzow, bekannt für seine drastischen Maßnahmen, kündigte unmittelbar nach der Urteilsverkündung einen unbefristeten Hungerstreik an, der bis zu seinem Tod andauern soll.
Udalzows Reaktion auf das Urteil war scharf und deutlich. Er machte seinem Unmut Luft und wurde von der oppositionellen Plattform "Meduza" mit den Worten zitiert, dass die Entscheidung beschämend sei und er hoffe, dass diejenigen, die dafür verantwortlich sind, zur Rechenschaft gezogen werden. Zudem drückte er seinen Groll mit drastischen Worten aus und sprach von einem Fluch über die Beteiligten.
Trotz seiner Befürwortung des russischen Krieges in der Ukraine gilt Udalzow als Kritiker des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Der aktuelle Fall dreht sich um einen Artikel von Udalzow, der die Verwandlung von Marxisten in Terroristen thematisiert. Hierbei ging es um ein Urteil gegen eine "terroristische Vereinigung", die laut dem Geheimdienst FSB, einem marxistischen Kreis in Ufa angehörte und deren Mitglieder zu langen Haftstrafen verurteilt wurden. Udalzow war bereits eine prominente Figur der Protestbewegungen der Jahre 2011 bis 2013 und wurde 2014 wegen angeblicher Massenunruhen zu mehrjähriger Haft verurteilt.

