Formel 1 in Spanien

Verstappens später Rettungsversuch nach dem Kontrollverlust

02. Juni 2025, 12:10 Uhr · Quelle: dpa
Max Verstappen bleibt erst auf Konfrontationskurs. Von einem Fehler will er direkt nach seinem Rammstoß nicht reden. Am nächsten Morgen klingt er anders.

Barcelona (dpa) - Am Morgen nach seiner folgenreichen Frustexplosion mit Rammstoß legte Max Verstappen seinen Konfrontationskurs doch ab. Noch auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya war von Einsicht oder Fehlereingeständnis nichts zu spüren. Stattdessen verhöhnte er Attacke-Opfer George Russell von Mercedes: «Das nächste Mal bringe ich Taschentücher mit.»

Nach einer Nacht wandte sich Verstappen via Instagram an seine Fans, vielleicht auch an seine Kritiker. «Wir hatten eine spannende Strategie und ein gutes Rennen in Barcelona, bis das Safety Car kam.» Das passierte wenige Runden vor Schluss, Verstappen bekam harte Reifen, andere gab's nicht mehr, die noch durchgehalten hätten. Er lag auf Rang drei mit Hoffnungen auf den Sieg, den fünften in Spanien insgesamt, den vierten nacheinander.

Verstappen-Statement: Hätte nicht passieren dürfen 

Doch die langsamste Reifenmischung kam schlecht auf Temperatur und Verstappen nicht in Fahrt für den lange vorbereiteten und finalen Angriff auf den späteren Rennsieger Oscar Piastri und dessen McLaren-Teamkollegen Lando Norris. «Unsere Reifenwahl und einige Manöver nach dem Restart haben meine Frustration geschürt, was zu einem Manöver geführt hat, das nicht richtig war und nicht hätte passieren dürfen», erklärte Verstappen, nachdem er Russell absichtlich in den Mercedes gefahren war. Dafür hatte er zehn Strafsekunden bekommen und war auf Platz zehn zurückgefallen. 

Zudem brummten ihm die Rennkommissare für die Aktion drei Strafpunkte auf. Verstappen droht nun eine Rennsperre, elf Punkte hat er in der Sünderkartei, kommt in den beiden Rennen in Kanada und Österreich einer hinzu, ist der 27 Jahre alte Titelverteidiger für den nächsten Grand Prix gesperrt und der erneute WM-Triumph erst recht in weite Ferne gerückt. «Ich gebe immer alles für das Team da draußen und die Emotionen können hochkochen», erklärte Verstappen.

Piastri ist der Gegner, den Verstappen fürchten muss

Ein Rettungsversuch nach dem Kontrollverlust? Echte Einsicht? Verstappen ist, wie er ist. Ausraster auf der Strecke sind auch nichts Neues. Neu ist aber, dass er nach vier WM-Titel nacheinander vor allem in Piastri einen Gegner hat, der sich auch von Wüterich-Anfällen des Niederländers nicht beeindrucken lässt und nun schon 49 Punkte mehr als Verstappen hat. 

«Viele fürchten sich, wenn das Auto von Max hinter ihnen auftaucht. So wie in den goldenen Zeiten von (Michael) Schumacher. Doch Piastri, der den blauen Fleck des RB21 in seinem Rückspiegel sah, zuckte nicht einmal zusammen», schrieb Spaniens «Mundo deportivo». Fünf der bisherigen neun Rennen gewann Piastri, seinen Teamkollegen Norris - zehn Punkte Rückstand im Klassement - hatte er in Spanien eine Woche nach dessen Triumph in Monaco voll im Griff.  

Gleichwohl geriet Piastris meisterliche Leistung in einem taktisch hoch spannenden Rennen durch Verstappens wilde Fahrt in den letzten Runden in den Hintergrund. «Wir setzen unser Leben aufs Spiel. Zum Glück sind die Autos heutzutage so sicher, wie sie sind. Aber das sollte man nicht als selbstverständlich hinnehmen», hatte Russell dramatisch zugespitzt gesagt. Der Brite und Verstappen schleppen ohnehin schon eine gemeinsame Zoff-Vorgeschichte aus dem vergangenen Jahr mit sich herum. 

Ob es auch die internationalen Schlagzeilen oder die harten Urteile von Experten waren, die Verstappen zu einem öffentlich Einlenken bewegten, bleibt dahingestellt. «Max Verstappen sorgt für Eklat», hatten die «Salzburger Nachrichten» aus der österreichischen Red-Bull-Heimat getitelt. «La Gazzetta dello Sport» aus Italien nannte Verstappen einen «Rüpel». In ihm sei die schmutzige Version wieder hervorgekommen, «die er hinter sich gelassen zu haben schien», befand «El País» aus Spanien. Kurioserweise wurde der viermalige Spanien-Sieger von den Fans aber zum Fahrer des Rennens gekürt. 

Falsche Annahme des Teams brachte Verstappen in Not

Sein Team hatte Verstappen angewiesen, Russell wieder überholen zu lassen. Die Verantwortlichen hatten fälschlicherweise angenommen, Verstappen habe sich zuvor aussichtslos mit seinem letzten Reifensatz einen Vorteil in einem Zweikampf verschafft.

Verstappen, ohnehin schon auf 180 und übel fluchend, ließ den Mercedes rankommen und rammte ihn dann. «Das hab' ich auch schon gemacht - bei Mario Kart...», spottete Norris, der die wilde Seite seines Kumpels schon oft zu spüren bekam. 

Ob Einsicht, ob Kalkül bei seinem Statement am Tag danach ist - direkt danach hatte er auf die Frage, ob die Aktion Absicht gewesen sei, noch zurückgefragt. «Spielt das eine Rolle?» Als die Reporterin dies bejahte, konterte Verstappen: «Yeah. Das ist großartig.»

Experten rätseln über Verstappen-Aktion 

Was in Verstappen in dem Moment gefahren war, versuchte er mit dem Statement zu erklären: Zu viel Frust. «Das hat er als viermaliger Weltmeister nicht nötig», kommentierte Sky-Experte und Ex-Rennfahrer Ralf Schumacher aber schon vorher den Rammstoß: «Dass der Frust mitfährt, ist klar, aber das sollte nicht sein.» Ex-Champion Nico Rosberg bezeichnete Verstappen Manöver als «extrem inakzeptabel», er hätte sofort aus dem Rennen genommen werden müssen, hatte Rosberg betont.

Motorsport / Formel 1 / GP Spanien / Spanien
02.06.2025 · 12:10 Uhr
[3 Kommentare]
Rot-Weiss Essen - SpVgg Greuther Fürth
Essen (dpa) - Rot-Weiss Essen hat sich in einem packenden Relegations-Hinspiel gegen die SpVgg Greuther Fürth eine gute Ausgangsposition erarbeitet und darf weiter von der 2. Bundesliga träumen. Die Drittliga-Mannschaft von Trainer Uwe Koschinat besiegte den Zweitligisten mit 1: 0 (0: 0). Im stimmungsvollen heimischen Stadion an der Hafenstraße erzielte […] (02)
vor 2 Stunden
Lars Klingbeil am 22.05.2026
Berlin - Finanzminister und SPD-Chef Lars Klingbeil hat eine große Kompromissbereitschaft seiner Partei in den anstehenden Koalitionsrunden zum Reformprozess signalisiert. "Diese Bundesregierung arbeitet hart daran, die notwendigen Reformen voranzutreiben. Das erfordert Kompromisse in der politischen Mitte. Wir sind bereit, aufeinander zuzugehen und die […] (02)
vor 54 Minuten
Nicholas Galitzine hat zugegeben, dass er sich wie ein 'kompletter Betrüger' fühlte, als er zum ersten Mal sein He-Man-Kostüm anzog.
(BANG) - Nicholas Galitzine fühlte sich wie ein "kompletter Betrüger", als er zum ersten Mal sein He-Man-Kostüm anzog. Der 31-jährige Schauspieler verkörpert Prinz Adam und dessen Superhelden-Alter-Ego im neuen Film 'Masters of the Universe', und vor seiner dramatischen körperlichen Transformation für die Rolle gab er zu, dass er sich "unwürdig" fühlte, […] (00)
vor 7 Stunden
Auer Acoustics – Lautsprecher aus Panzerholz, Symbiose von High-Tech und Natur
Die Lautsprechermanufaktur Auer Acoustics hat weltweit High-End-Interessierte für ihre Lautsprecher aus Panzerholz begeistert. Zur HIGH END 2026 in Wien plant die Mannschaft um Robert Auer Großes: Die Linie VERSURA wird um einen Superlautsprecher nach oben erweitert. In den beiden eigens aufgebauten Referenz-Hörraumen im Austria Center Vienna (ACV) wird […] (00)
vor 3 Stunden
MSI gewinnt mehrere COMPUTEX 2026 Awards
MSI, ein weltweit führendes Unternehmen im Bereich Gaming und High-Performance Computing, hat auf der COMPUTEX 2026 vier Best Choice Awards gewonnen. Den Höhepunkt bildet der Gold Award für die Flaggschiff-Grafikkarte GeForce RTX 5090 32G LIGHTNING Z. Die Auszeichnungen in den Bereichen Kernkomponenten, smarte Peripheriegeräte und ein Jubiläums- […] (00)
vor 5 Stunden
Tom Hardy steigt offenbar bei «Mobland» aus
Der Hollywoodstar soll nach Abschluss der zweiten Staffel nicht mehr zur Paramount+-Serie zurückkehren. Tom Hardy wird offenbar nicht mehr Teil von Mobland sein. Wie das US-Branchenmagazin „Variety“ unter Berufung auf Quellen berichtet, soll Hardy in einer möglichen dritten Staffel der Paramount+-Serie nicht mehr auftreten. Die Produktion der zweiten Staffel wurde bereits im März […] (00)
vor 3 Stunden
bitcoin, coin, icon, symbol, logo, bitcoin logo, currency, cryptocurrency
Eine Krypto-Expertin hat eine düstere Prognose für Ethereum (ETH) abgegeben und warnt vor einem bevorstehenden Preissturz, der die zweitgrößte Kryptowährung auf bis zu $800 oder sogar $400 pro Coin fallen lassen könnte. Diese Entwicklung wäre ein erheblicher Rückgang angesichts des aktuellen Preises von ETH, doch die Analystin […] (00)
vor 36 Minuten
KI auf IBM i: Warum Systemverständnis wichtiger wird als der nächste KI-Assistent
Ravensburg, 22.05.2026 (PresseBox) - Die Diskussion um Künstliche Intelligenz auf IBM i hat eine neue Phase erreicht. Während vor wenigen Monaten noch über Potenziale und Zukunftsszenarien gesprochen wurde, stehen heute konkrete Werkzeuge und praktische Einsatzmöglichkeiten im Mittelpunkt. Das zeigen aktuelle Gespräche mit Kunden sowie die Diskussionen […] (00)
vor 7 Stunden
 
Die Ausrichtung eines sportlichen Großereignisses ist für jede Metropole weit mehr […] (00)
Lothar Matthäus
Köln (dpa) - Rekordnationalspieler Lothar Matthäus hat mit großem Unverständnis auf […] (04)
VfL Wolfsburg - SC Paderborn 07
Wolfsburg (dpa) - Der VfL Wolfsburg muss weiter um den Klassenerhalt in der Fußball- […] (06)
Strom aus Wellen: In Spanien liefert eine riesige Boje Strom ans Netz
Der Ozean bewegt sich pausenlos. Seit Jahrzehnten versuchen Ingenieur: innen, diese […] (00)
HISTOIRE TV zeigt Trump-Doku
Das Vichy-Frankreich und verschwundene Luxusliner wie die Titanic gehören zum Line-Up. Der […] (00)
Pakete stehen im Eingangsbereich eines Wohnhauses
Berlin (dpa/tmn) - Von Firlefanz bis Ramsch: Haben Sie auch schon einmal völlig […] (00)
Eishockey-WM: Ungarn-Deutschland
Zürich (dpa) - Der erste Sieg ist perfekt, die Chance auf das Viertelfinale intakt: […] (00)
Leichte Erholung im Ifo-Geschäftsklima Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat […] (00)
 
 
Suchbegriff