Vermögensverwalter HQ Trust: Standortbestimmung in unsicheren Gewässern
Der Vermögensverwalter HQ Trust, der als Family Office der Quandt-Familie agiert, sieht prognosebedingt für die Aktienentwicklung bis Ende 2025 ein stagnierendes Potential. Momentane Einschätzungen deuten darauf hin, dass der deutsche Leitindex Dax zum Jahresende um 24.000 Punkte tendieren wird, somit auf dem derzeitigen Stand verharrend. Die aktuelle Wachstumserwartung von Unternehmensgewinnen in der Europäischen Wirtschaftsunion (EWU) wird als realistisch angesehen, während optimistische Prognosen von etwa zwölf Prozent für die kommenden Jahre unter den Spezialisten Zweifel nähren.
Chefökonom Michael Heise äußerte auf einer Veranstaltung in Frankfurt, dass erwartete Gewinnanstiege im US-amerikanischen S&P 500-Index von 9,1 Prozent für 2025 und höher für die Folgjahre sehr ambitioniert wirken. Das fragile Wirtschaftswachstum in den USA lässt diese Ziffern gar als überzogen erscheinen. Innerhalb des Welthandels bewirkten Vorzieheffekte bei US-Importen eine derzeitige Stabilität, die jedoch von einer bevorstehenden Verlangsamung bedroht wird.
Infolge der zurückhaltenden Konsumnachfrage der US-Verbraucher, steigender Zinsen und fortwährender Handelszölle schwächte sich die Konjunktur deutlich im Vergleich zu 2024 ab, eingefangen von HQ Trust in einem Plus von 1,5 Prozent für dieses und 1,8 Prozent für das kommende Jahr. Der Pessimismus innerhalb der EWU, insbesondere in Deutschland, wendet sich jüngst zum Positiven. Langjährige Stagnationserscheinungen könnten nun überwunden werden, unterstützen europäische Aktien, wenn auch die Bewertungen weniger attraktiv erscheinen.
Christian Subbe, der Chefanlagestratege von HQ Trust, erklärt, dass europäische Werte derzeit besser abschneiden, was US-Aktien jedoch langfristig nicht entwertet. Demnach hält man an einer bewahrenden Sichtweise auf US-Aktien fest: Sie bieten ein essentielles Element in jedem global breit gestreuten Portfolio, nicht zuletzt, weil US-amerikanische Unternehmen weiterhin maßgeblich den IT- und Kommunikationssektor dominieren.
Auch der US-Dollar bleibt fest im Sattel als Leitwährung. Heise warnt vor einer bedeutenden Abwertung, die Anleger verunsichern könnte, jedoch das Ergebnis gesunder Korrekturen darstellen würde. Das gegenwärtige Ziel, den Dollar als Maßnahme zur Ankurbelung der US-Wirtschaft zu schwächen, wirkt für Europa nachteilig. Eine schwächere US-Währung könnte europäische Exporte belasten und das Wachstum in der Region in Stocken bringen.

