Vermögensaufbau: Damit das Ersparte nicht wertlos wird

Jeder Verbraucher erreicht irgendwann einen Zeitpunkt, zu dem er eine beachtliche Summe gespart hat. Dieses Ersparte möchte er investieren, damit es einerseits sicher aufbewahrt ist, andererseits sollte es sich aber auch vermehren. Beim sogenannten Vermögensaufbau gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, die einen sind besonders rentabel, die anderen risikoreich. Einige Beispiele stellen wir im Anschluss vor.
Mit dem Sparen möglichst früh beginnen
Gespart haben bereits unsere Großeltern, doch hat es ihnen nichts gebracht, als das Geld über Nacht wertlos wurde. Dennoch haben sie eines richtig gemacht: Sie haben sehr früh mit dem Sparen begonnen. Und das ist auch heute noch eine wichtige Regel. Man kann nie früh genug beginnen, zu sparen. Einige Eltern legen zum Beispiel ein Sparkonto für ihre Sprösslinge an, sobald diese geboren werden. Bis zur Volljährigkeit des Kindes sammelt sich im Konto eine beträchtliche Summe an.
Auch der Volljährige, der als Neuling am Arbeitsmarkt nur wenig verdient, sollte sparen - auch wenn es sich zunächst um kleine Summen handelt. Denn auf lange Sicht sammelt sich eine beachtliche Summe an. Diese Summe können sie Später zur Altersvorsorge nutzen. Oder aber das Ersparte dient zur Begleichung kurzfristiger Ausgaben - eine neue Spülmaschine, die Reparatur eines Fahrzeugs oder Ähnlichem.
Im jungen Alter vor Risiken absichern
In den jungen Jahren sollten Menschen noch nicht an den Vermögensaufbau per se denken, sondern sich gegen Risiken absichern und eventuelle Schulden tilgen, rät der Finanzexperte Ralf Scherfling der Düsseldorfer Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Eine solche Absicherung bietet unter anderem die Privathaftpflichtversicherung, auf die heutzutage niemand verzichten sollte.
Sind diese elementaren Risiken abgesichert, geht es ums kurzfristige Sparen. Eine Faustregel besagt, dass immer drei bis vier Monatsgehälter kurzfristig verfügbar sein sollten. Das Ersparte kann man zum Beispiel auf einem Tagesgeldkonto ablegen, damit es jederzeit verfügbar ist. Sobald alle Schulden getilgt sind, man sich gegen alle möglichen Risiken abgesichert und eine Liquiditätsreserve aufgebaut hat, kann man mit dem Vermögensaufbau beginnen.
Mit dem Vermögensaufbau haben sich laut dem Statistischen Bundesamt immer mehr Pensionäre in den vergangenen Jahren gekümmert. Denn ihr durchschnittliches Nettogesamtvermögen war 2013 genau 21,6 Prozent höher als fünf Jahre zuvor.
6 Tipps für einen erfolgreichen Vermögensaufbau
Beim Vermögensaufbau gibt es viele Möglichkeiten - nur mit dem richtigen Plan gelangt man aber ans Ziel. Grundsätzlich bringen die risikoreichen Varianten meist die größten Erfolge. Das hohe Risiko macht sie aber auch problematisch, denn im schlimmsten Fall bleibt der Vorteil gänzlich außen vor. Folgende Anlagemöglichkeiten hat der heutige Otto-Normalverbraucher:
- Ziel definieren: Wer sich von Anfang an ein (realistisches) Ziel festlegt, der wird einfacher und schneller zum Erfolg kommen. Ob eine teure Kreuzfahrt oder ein neues Auto - jeder Mensch hat ein Ziel, welches sich er beim Sparen vor Augen halten kann.
- Sparbudget festlegen: Ist das Ziel festgelegt, muss man ein realistisches Budget für die Geldanlage definieren. Ein Rückblick auf die vergangenen Monate zeigt, wie viel Geld übrig geblieben ist. Eventuell ist es auch möglich, mit Sparmaßnahmen mehr Geld einzusparen.
- Anlagehorizont beachten: Wer sein Vermögen erst in 20 Jahren erreichen möchte, kann eine Anlagemöglichkeit wie zum Beispiel Aktien wählen, die erst zu jenem Zeitpunkt rentabel wird. Anders sieht es aus, wenn man in einem Jahr Ergebnisse erzielen möchte.
- Anlageinstrumente wählen: Jedes Anlageinstrument hat seine Vor- und Nachteile sowie Risiken. Infrage kommen unter anderem:
- Tagesgeldkonto: Damit sich das Tagesgeldkonto lohnt, muss seine Rendite über der Inflationsrate liegen. Das ist heute nur noch selten der Fall.
- Aktien: Die Kurse schwanken häufig stark, bei einer Unternehmenspleite droht sogar der Totalverlust. Wer sich hier aber auskennt, kann sehr hohe Gewinne erzielen.
- Zertifikate: Sie sind mindestens genauso risikoreich wie die Aktien, dafür kann ihr Gewinn den Kapitaleinsatz übersteigen.
- Steuervorteile ignorieren: Einige Bürger nutzen Anlagevehikel, die bestimmte Steuervorteile versprechen. Steuergesetze können sich aber von heute auf morgen ändern und die Vorteile erlöschen. Letztendlich zählt lediglich die Rendite der Anlage.
- Gebühren berücksichtigen: Der Kauf und Verkauf eines Finanzinstruments, Transaktionen mit dem Anlagekonto oder der Börse verursachen Gebühren. Diese können von Anbieter zu Anbieter sehr verschieden sein. Das Handeln ist grundsätzlich nicht umsonst und muss deshalb auch genau kalkuliert werden, um seine Gewinne nicht zu stark zu verringern.
Quellen:
- https://www.sparkasse.de/privatkunden/vermoegensaufbau/aktien.html
- http://www.handelsblatt.com/finanzen/ratgeber/geldanlage/magisches-dreieck-vermoegensaufbau-erfordert-planung/3891406.html
- http://www.neuepresse.de/Ratgeber/Verbraucher/Uebersicht/Sieben-Suenden-beim-Vermoegensaufbau

