Verlockende Gaumenfreuden im Einzelhandel: Handelsgastronomie boomt trotz Konjunkturschwäche
Inmitten der schwächelnden Konjunktur erweist sich die Handelsgastronomie in Deutschland als echter Gewinner. Wie eine aktuelle Erhebung des Handelsforschungsinstituts EHI in Köln zeigt, erfreuen sich essbare Verlockungen in Möbelhäusern, Supermärkten und Shoppingcentern wachsender Beliebtheit. Mit einem beeindruckenden Umsatzwachstum von 6,1 Prozent erzielten Lokale und Imbissangebote auf der Fläche von Handelsunternehmen im Jahr 2024 bemerkenswerte 12,4 Milliarden Euro.
Ein Frühlingsrollen-Stopp am Möbelhaus-Restaurant oder ein duftendes Sandwich aus dem Supermarkt sind längst nicht mehr nur Nebensache für den eiligen Kunden. Die entspannte und kostengünstige Verpflegung integriert sich nahtlos ins Einkaufserlebnis, was der Handelsgastronomie stattliche Zuwächse beschert. Auch für das kommende Jahr erwartet das EHI noch ein solides Plus von 4,1 Prozent, was einen prognostizierten Umsatz von 12,9 Milliarden Euro bedeuten würde.
Bemerkenswert bleibt die Begründung der Experten: Ein "gedämpftes Konsumverhalten" wegen der ökonomischen Unsicherheiten treibt Konsumenten bewusst in die Arme preisgünstiger Alternativen. Das sogenannte "Trading down", der Wechsel zu erschwinglicheren Angeboten, zeigt seine Wirkung auf das Konsumverhalten der Deutschen. Wo einst der Luxus des gehobenen Speisenangebots lockte, dominiert heute der pragmatische Charme günstiger Gerichte.
Bereits vor der Pandemie boomte die Handelsgastronomie mit einem Umsatz von zehn Milliarden Euro. Die pandemiebedingte Talfahrt, die 2021 zu einem Einbruch auf 7,6 Milliarden Euro führte, scheint inzwischen überwunden. In einem wirtschaftlichen Umfeld, das von Unsicherheiten und Kostenbewusstsein geprägt ist, zieht die Handelsgastronomie mit einem bunten Mix aus kulinarischen Angeboten weiterhin viele Anhänger an.

