Verhandlungen über Waffenruhe im Gazastreifen erreichen kritische Phase
Die erste Phase der schwer errungenen Waffenruhe im Gazastreifen endet heute und die kommenden Schritte stehen in den Sternen. Die Verhandlungen sollen, wie in israelischen Medien berichtet, zeitgleich mit dem Beginn des Fastenmonats Ramadan fortgesetzt werden. António Guterres, der UN-Generalsekretär, betonte die Wichtigkeit des Friedensprozesses: „Die Waffenruhe und die Vereinbarung zur Geiselbefreiung müssen eingehalten werden. Die nächsten Tage sind entscheidend“, unterstrich er in einer Mitteilung aus New York.
Das Abkommen zwischen Israel und der Hamas erlaubt eine Fortsetzung der Waffenruhe, solange Verhandlungen über die nächste Phase laufen. Während die erste Phase schon herausfordernd genug war, könnten die zukünftigen Schritte noch komplexer werden. Interne Quellen der Hamas berichten, dass ihre Organisation vorerst nicht bereit ist, die erste Phase zu verlängern, sondern darauf drängt, direkt in die zweite Phase einzutreten.
In der angestrebten zweiten Phase soll das Ende des Krieges erklärt werden, was laut einer zitierten israelischen Quelle jedoch unwahrscheinlich erscheint. Israel, so Medienberichte, sucht nach einer 42-tägigen Verlängerung der ersten Phase und erwägt, Geiseln gegen Gefangene auszutauschen. Doch eine definitive Lösung scheint noch fern. Der Anspruch Israels, den Kampf fortzuführen, bis die Hamas zerstört ist, findet Unterstützung innerhalb der rechtsextremen Koalition um Premierminister Benjamin Netanjahu. Intensive Beratungen mit Verteidigungsbeamten und Ministern begleiten die Verhandlungen, die mit den Vermittlern Katar, Ägypten und den USA in Kairo fortsetzen werden.
Sollte es in den Gesprächen vorangehen, könnte der US-Sondergesandte Steve Witkoff bald in die Region reisen, um die Verhandlungen zu einem Abschluss zu bringen. Seine Hoffnung liegt auf einer Verlängerung der ersten Phase, um eine Basis für die zweite zu schaffen.
In den nächsten Tagen reist UN-Generalsekretär Guterres nach Kairo, um an einem Sondergipfel der Arabischen Liga teilzunehmen. Hier soll der Wiederaufbau des kriegsversehrten Gazastreifens im Fokus stehen. Diese Zusammenkunft bietet eine Plattform für die arabische Welt, sich über Frieden und Stabilität auszutauschen.
Laut einem Plan hätte der Rückzug der israelischen Truppen entlang der Grenze zu Ägypten bereits beginnen sollen. Dennoch bestehen Pläne, das Militär im Philadelphi-Korridor zu stationieren, um den Waffenhandel der Hamas zu unterbinden. Zeitgleich mit dem Beginn des Ramadans ruft die Hamas ihre Anhänger auf, an der Al-Aksa-Moschee in Jerusalem präsent zu sein. Diese ist ein zentrales Symbol für den Kampf gegen Israel und die Besatzung.

