Verhaltene Juni-Auftakt in New York - Biontech und Blueprint Medicines als Lichtblicke
Die New Yorker Börsen haben nach einem starken Mai einen gedämpften Start in den Juni hingelegt. Die Stimmung wurde von erneuten Spannungen in den Handelskonflikten zwischen den USA, China und der EU belastet, welche auf die Märkte drückten. Zudem trübten schwache Konjunkturdaten aus den USA die Stimmung, da die Industrie im Mai unerwartet einen weiteren Rückgang verzeichnete. In den ersten Handelsstunden sanken die wichtigsten Indizes, konnten sich jedoch teilweise stabilisieren.
Der Dow Jones Industrial verzeichnete einen Rückgang von 0,41 Prozent auf 42.098,59 Punkte. Der S&P 500 verlor 0,22 Prozent und landete bei 5.898,46 Punkten, während der Nasdaq 100 um 0,08 Prozent auf 21.323,15 Punkte nachgab. Trotz des nervösen Marktumfelds äußerten sich Analysten mit unterschiedlichen Ansichten.
Daniel Murray von EFG Asset Management betonte, dass sich nichts als sicher erweisen sollte, bis Handelsabkommen endgültig sind. Max Kettner von HSBC Holdings sieht allerdings das Potenzial, dass die Marktteilnehmer weniger stark auf Zolldrohungen reagieren könnten, da diese vor allem als Verhandlungstaktik des US-Präsidenten Donald Trump gesehen werden.
Der Handel zwischen den USA und China bleibt angespannt, mit gegenseitigen Vorwürfen nach angeblichen Verstößen gegen ein im Mai geschlossenes Handelsabkommen. Eine Aussetzung der Zölle für 90 Tage steht auf dem Spiel, während Trump plant, die Zölle auf Stahlimporte bis Mitte der Woche zu verdoppeln.
Im Pharmasektor erlebten Biontech-Aktien einen Kursgewinn von knapp 20 Prozent, ausgelöst durch eine Kooperation mit Bristol-Myers Squibb im Bereich Onkologie. Blueprint Medicines verzeichnete ebenfalls einen starken Anstieg von 26 Prozent, nachdem Sanofi ein Übernahmeangebot über 129 Dollar je Aktie in Aussicht stellte.
US-Stahlwerte wie Cleveland-Cliffs und Century Aluminum profitierten von den angekündigten Zollerhöhungen und erzielten erhebliche Kursgewinne. Boeing erhielt durch eine Hochstufung der Bank of America Rückenwind, was zu einem Kurszuwachs von 0,7 Prozent führte. Der Analyst Ronald Epstein sieht gestärktes Vertrauen in die Unternehmensentwicklung unter dem neuen Management.

