Verhaltene Börsenreaktionen nach französischer Regierungskrise und milliardenschwerem Rohstoffdeal
Die Anleger an den europäischen Hauptbörsen zeigten sich am Dienstag verhalten, nachdem die französische Regierung ins Wanken geraten war. Der EuroStoxx 50, der Leitindex der Eurozone, blieb nahezu unverändert und zeigte zur Mittagszeit einen Stand von 5.362 Punkten. Außerhalb der Eurozone verzeichnete der Schweizer SMI einen leichten Rückgang von 0,1 Prozent auf 12.298 Punkte, während der britische FTSE 100 um 0,1 Prozent auf 9.234 Punkte zulegen konnte.
In Frankreich hatte der erwartete Zusammenbruch der Mitte-Rechts-Regierung unter François Bayrou die politische Bühne erschüttert, woraufhin Präsident Emmanuel Macron vor der Herausforderung steht, eine neue Führung für das tiefgespaltene Land zu etablieren. Die Märkte hatten diesen Regierungswechsel jedoch weitgehend antizipiert, weshalb eine heftige Reaktion zunächst ausblieb. Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar von RoboMarkets mahnte jedoch zur Vorsicht und betonte, dass langfristige politische Unsicherheiten auf die Finanzmärkte wirken könnten.
Im Unternehmenssektor zog ein erhebliches Fusionsvorhaben im Rohstoffbereich die Aufmerksamkeit der Investoren auf sich: Der britisch-südafrikanische Bergbaukonzern Anglo American plant, mit dem kanadischen Kupferproduzenten Teck Resources zu fusionieren. Das vereinte Unternehmen würde an den Börsen mit etwa 54 Milliarden US-Dollar bewertet. Nach der Fusion sollen die Aktionäre von Anglo American 62,4 Prozent und die von Teck 37,6 Prozent der neuen Gesellschaft namens Anglo Teck halten.
Aktienstratege Matt Britzman von Hargreaves Lansdown hob die Vorteile der Fusion hervor, insbesondere die möglichen Kostensynergien und Gewinnsteigerungen. Darüber hinaus sah er in den Wachstumschancen des neuen Unternehmens den eigentlichen Mehrwert. Für die Anteilseigner von Anglo American lockte außerdem eine Sonderdividende, die den Aktienkurs zuletzt um 9,6 Prozent steigen ließ. Teck-Papiere legten im vorbörslichen US-Handel um fast 10 Prozent zu.
Zeitgleich verbuchte ABN Amro einen Rückgang von 1,3 Prozent im Aktienwert, nachdem die niederländische Regierung bekannt gab, ihren Anteil an der Bank von 30,5 Prozent auf etwa 20 Prozent zu reduzieren. Dieser Schritt setzte den Schlussstein unter das Engagement des Staates, der die Bank während der Finanzkrise stabilisiert hatte.
Renault konnte derweil einen Kursanstieg von knapp 3 Prozent auf 33,95 Euro verzeichnen, nachdem die Investmentbank Exane BNP ihre Bewertung mit einem 'Outperform'-Rating und einem Kursziel von 45 Euro wieder aufnahm.

