Vereinigung auf Zeitreise: Deutschlands Weg zur Angleichung
Der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff, skizziert ein Bild von der langwierigen Aufgabe, die Lebensverhältnisse zwischen Ost und West in Deutschland anzugleichen. In einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" betont der CDU-Politiker, dass die Vereinigung des Landes zwar offiziell vollzogen ist, doch realistisch betrachtet noch lange nicht abgeschlossen sei.
Haseloff zieht einen biblischen Vergleich heran, indem er auf die Auswirkungen der Teilung verweist, die noch Generationen beschäftigen könnten. Seiner Ansicht nach könnten erst 100 Jahre nach dem Mauerfall die Unterschiede in Statistiken getilgt sein. Diese Diskrepanzen manifestieren sich aktuell in nahezu allen Lebensbereichen, was ein Handlungsfeld für die neue Bundesregierung darstellt.
Dringender denn je sei es, dass die Regierung in den kommenden Monaten entschlossen handelt, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln, so Haseloff. Er, der dienstälteste Ministerpräsident in Deutschland, lenkt seit 2011 die Geschicke von Sachsen-Anhalt und erinnert daran, dass wirtschaftlicher Schwung ein essenzieller Motor für die Angleichung der Lebensverhältnisse sei.

