Verdi-Warnstreiks: Bayerns Unikliniken im Fokus der Tarifdebatten
Im Rahmen der laufenden Tarifverhandlungen hat die Gewerkschaft Verdi eine dreitägige Warnstreikrunde an allen sechs bayerischen Universitätskliniken eingeleitet. Trotz der Streiks wird die Notfallversorgung durchgehend sichergestellt, allerdings müssen Patienten mit Verschiebungen bei planbaren Eingriffen und Terminen rechnen. Mit den bundesweiten Streikaktionen möchte Verdi ihrer Tarifforderung Nachdruck verleihen: ein Gehaltszuwachs von sieben Prozent oder mindestens 300 Euro zusätzlich für die 860.000 Angestellten der Länder.
Der Auftakt der Arbeitsniederlegungen fand heute am Universitätsklinikum Erlangen statt, wobei die Proteste am Dienstag auf die beiden Münchner Unikliniken sowie auf Einrichtungen in Augsburg, Würzburg und Regensburg ausgeweitet werden sollen. Die gewerkschaftlichen Aktionen enden am Mittwoch. Gemäß Robert Hinke, Fachbereichsleiter Gesundheitswesen bei Verdi Bayern, sind die Beschäftigten der landeseigenen Krankenhäuser finanziell schlechter gestellt als ihre kommunalen Pendants, was laut Hinke zu einem verschärften Personalmangel führen könnte.
Die Verhandlungen zwischen der Tarifgemeinschaft der Länder und Verdi, die im Dezember begonnen wurden, bleiben bislang ergebnislos. Die Länder argumentieren, dass die Umsetzung der Gewerkschaftsforderungen zu direkten Mehrkosten von vier Milliarden Euro führen würde. Da Tarifabschlüsse üblicherweise auf über 2,5 Millionen Beamte in Ländern und Kommunen übertragen werden, rechnen die Länder mit Gesamtkosten von mehr als zwölf Milliarden Euro.

