Verdi-Warnstreik legt Nordrhein-Westfalen lahm
Mit einem kraftvollen Streikaufruf hat die Gewerkschaft Verdi den öffentlichen Dienst in Nordrhein-Westfalen nahezu zum Stillstand gebracht. In zahlreichen Städten blieben am Mittwoch öffentliche Verkehrsmittel in den Depots, Kindertagesstätten schlossen ihre Tore und die städtische Müllentsorgung kam zum Erliegen. Dieser "landesweite Warnstreiktag" markiert den Höhepunkt der Aktionen im Vorfeld der dritten Tarifverhandlungsrunde im öffentlichen Dienst.
Frank Bethke, stellvertretender Landesbezirksleiter der Gewerkschaft Verdi in NRW, betonte, dass die Beschäftigten im öffentlichen Dienst unverzichtbare Pfeiler der Gesellschaft seien. Durch den großangelegten Streik soll aufgezeigt werden, was ohne diese Arbeitskräfte alles zum Erliegen kommt. Zahlreiche Beschäftigte wurden dazu aufgerufen, sich zu Kundgebungen in diversen Städten zusammenzufinden.
Besonders für Berufspendler bedeutete der Streik erhebliche Umstellungen. Im ÖPNV quer durch das Ruhrgebiet und die Großstädte fielen Verbindungen flächendeckend aus. In Städten wie Düsseldorf, wo bereits seit Montag der Verkehr stockt, und Köln, das seit Dienstag betroffen ist, empfahlen die Verkehrsbetriebe den Umstieg auf Fahrräder und Regionalzüge, da diese wie gewohnt verkehren.
Auch Familien mussten sich auf Einschränkungen einstellen: Viele Erzieherinnen beteiligten sich am Streik, was Schließungen zahlreicher Kitas zur Folge hatte. In Düsseldorf wurde eine Notbetreuung angeboten, um Eltern zu entlasten, die auf eine Betreuung angewiesen sind.
In den Tarifverhandlungen fordern die Gewerkschaften acht Prozent mehr Lohn, mindestens jedoch 350 Euro zusätzlich pro Monat, sowie drei weitere freie Tage. Ayla Çelik, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, argumentierte, dass Wertschätzung an der Fähigkeit gemessen werde, von seiner Arbeit leben zu können und gesundheitsschonende Arbeitsbedingungen vorzufinden. Bislang verweigerten die Arbeitgeber ein konkretes Angebot mit dem Hinweis auf Unfinanzierbarkeit der Forderungen und kritisierten die Streiks als schädlich für die Bürger.
Diese dritte Verhandlungsrunde beginnt am Freitag in Potsdam und soll bis zum 16. März andauern.

