Verbio: Wechselhafter Ausblick und Herausforderungen im Biokraftstoffgeschäft
Der Biokraftstoffspezialist Verbio nimmt eine zurückhaltende Prognose für den Rest seines Geschäftsjahres vor. Das Unternehmen erwartet, dass sein operativer Gewinn nur das untere Ende der prognostizierten Bandbreite erreichen wird. Diese Information wurde am Dienstag in Leipzig im Rahmen der Berichterstattung zum dritten Geschäftsquartal bekannt gegeben. Ursprünglich hatte Verbio ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) im mittleren zweistelligen Millionenbereich geplant, was jedoch hinter den Erwartungen von 2024 zurückbleiben würde. Am Aktienmarkt stieß diese Nachricht auf negative Reaktionen.
Die Aktie von Verbio fiel zwischenzeitlich um fast 7 Prozent und reduzierte sich zuletzt auf ein Minus von rund 4,7 Prozent. Analyst Constantin Hesse von Jefferies wies gleichzeitig auf die Erholung des Aktienkurses seit dem Tiefpunkt im April hin. Langfristig orientierte Investoren sehen sich dennoch enttäuscht, da die Aktie seit Jahresanfang 16 Prozent und in den letzten zwölf Monaten sogar die Hälfte an Wert eingebüßt hat.
Für die Wachstumsstrategie von Verbio ist der Produktionsausbau in Nevada, USA, entscheidend. Analyst Hesse erwartet diesen im Sommer, da technische Probleme behoben wurden. Im abgelaufenen Quartal verbuchte der SDax-Konzern jedoch Umsatzrückgänge sowohl im Biodiesel- als auch im Bioethanol/Biomethan-Bereich. Der Gesamtumsatz sank um 3,5 Prozent auf ca. 395 Millionen Euro, während der Gewinn aus dem Tagesgeschäft um über 12 Prozent auf 8,2 Millionen Euro stieg.
Letztlich schrieb das Unternehmen aber erneut Verluste: Anteilig entfiel ein Minus von über 14 Millionen Euro auf die Aktionäre, ein Anstieg von 29 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, resultierend aus höheren Betriebskosten und Abschreibungen. Laut Jefferies-Experte Hesse hat Verbio die Erwartungen nicht erfüllt, besonders angesichts des weiterhin schwierigen Umfelds für Biokraftstoffe wegen niedriger THG-Zertifikatspreise. Trotz begrenzter Erholung dieser Preise bis jetzt zeigt sich das Management um Claus Sauter optimistisch, dass sich der Markt bis 2025 erholen wird.

