Verbesserungsbedarf bei der Wundversorgung in Pflegeheimen
Die Qualität der Pflege in deutschen Heimen wird überwiegend als zufriedenstellend eingeschätzt, zeigt ein Bericht des Medizinischen Dienstes nach Begutachtung von circa 9.800 Einrichtungen im Jahr 2023. Die Eingewöhnungsphase für die Bewohnerinnen und Bewohner, sowie Unterstützung im Alltag werden positiv hervorgehoben. Allerdings gibt es bei der Versorgung von Wunden deutliche Defizite. In 11,3 Prozent der Fälle wurden unzureichende Behandlungen bei operativen Wunden oder Druckgeschwüren festgestellt. Wundinfektionen traten bei 14,9 Prozent der begutachteten Personen auf – ein Anstieg im Vergleich zu 2019.
Der Medizinische Dienst führt die Überprüfungen im Auftrag der Kranken- und Pflegekassen durch und widmet sich speziell Aspekten wie Mobilität, Pflege und Ernährung der Bewohner. Einrichtungen mit Mängeln erhalten Verbesserungsvorschläge. Während Heime normalerweise einmal jährlich unangekündigt geprüft werden, dürfen Einrichtungen mit positiven Bewertungen alle zwei Jahre auf Kontrollen verzichten, was 2023 zu 475 nicht überprüften Heimen führte.
Gleichzeitig wird die Betreuung von Pflegebedürftigen zu Hause als zunehmend wichtig erachtet. Etwa 90 Prozent der Pflegebedürftigen leben daheim, und über die Hälfte davon ohne professionelle Unterstützung. Der Fokus der Begutachtungen sollte diesen Umständen Rechnung tragen, betont Carola Engler vom Medizinischen Dienst Bund. Der richtige Pflegegrad und Maßnahmen zur Förderung der Selbstständigkeit, wie Physiotherapie oder Hilfsmittel, sind entscheidend für eine stabile Pflegeumgebung.

