Vatikanisches Konklave: Ein schwarzer Anfang im Rennen um das Papstamt
Das viel beachtete Konklave in der ehrwürdigen Sixtinischen Kapelle hat mit einer unerwarteten Wendung begonnen: Im ersten Wahlgang konnte keiner der 133 Kardinäle die erforderliche Zweidrittelmehrheit für die Wahl zum neuen Papst erreichen. Traditionell kündigte der schwarze Rauch, der aus dem Schornstein der Kapelle aufstieg, die heikle Situation an. Das neue Kirchenoberhaupt wird die rund 1,4 Milliarden Katholiken weltweit vertreten.
Interessanterweise sammelten sich Zehntausende auf dem Petersplatz, den Blick erwartungsvoll gen Himmel gerichtet, in der Hoffnung, dass das erste Rauchzeichen die erlösende Nachricht eines neuen Papstes bringen würde. Zum Amüsement vieler zeigte ein zufällig vorbeifliegendes Flugzeug weiße Kondensstreifen hinter dem Schornstein, bevor das definitive Signal den Abendhimmel prägte. Die Unsicherheit dieses komplexen Prozesses kann bedeuteten, dass bis Ende der Woche noch keine Entscheidung feststeht.
Der besonnene Übergang nach der ersten Wahlrunde führte die Kardinäle zurück ins Gästehaus Santa Marta, wo sie ihre Gedanken ordnen können, bevor das Konklave am Donnerstag seine bis zu vier täglichen Wahldurchgänge fortsetzt. Alle Kommunikationsmittel bleiben unter Verschluss, sodass die Kirchenmänner ganz auf Austausch, Gebet und Reflexion konzentriert sind.
Das aktuelle international und zahlenmäßig stark besetzte Kardinalskollegium ist ein Resultat der Reformen des verstorbenen Papstes Franziskus. Mit 89 nötigen Stimmen für einen erfolgreichen Wahlausgang haben einige Experten bereits angedeutet, dass aufgrund der Vielschichtigkeit und Diversität des Gremiums die Wahl länger dauern könnte, als es in der jüngeren Vergangenheit der Fall war. Die Spannung bleibt spürbar, insbesondere nach einer festlichen Messe im Petersdom, die von Kardinal Giovanni Battista Re geleitet wurde. Seine Worte, "nur der Gott Jesu Christi sowie das Wohl der Kirche und der Menschheit" sollten im Zentrum der Wahl stehen, hallten in den Herzen der spirituellen Führer nach.
Zum bedächtigen Auftakt des Wahlprozesses, geführt vom erfahrenen Kardinal Pietro Parolin, bleibt für Medien und Gläubige weltweit nur abzuwarten, wie viele Wahlgänge tatsächlich erforderlich sein werden und wer sich als der neue Träger des Papstamtes herauskristallisieren wird. Auch das Schicksal der drei beteiligten deutschen Kardinäle, Gerhard Ludwig Müller, Reinhard Marx und Rainer Maria Woelki, bleibt ungewiss, während die Spannung weiter steigt.

