USA: Ermittlungsbericht zu Fall Pretti bringt Trumps Regierung in Bedrängnis
Der erste offizielle Bericht der US-Sicherheitsbehörden zu den tödlichen Schüssen auf Alex Pretti in Minneapolis wirft ein unvorteilhaftes Licht auf die Trump-Regierung. Im Dokument der Grenzschutzbehörde CBP, das an Mitglieder des US-Parlaments gesendet wurde, fehlt jeder Hinweis darauf, dass Pretti nach einer Waffe gegriffen hätte – ein zentraler Punkt, um den Vorfall als legitime Selbstverteidigung darzustellen.
Kristi Noem, die US-HeimatschutzMinisterin, hatte unmittelbar nach dem Vorfall erklärt, Pretti habe mit einer Waffe bedroht, was legitimen Selbstschutz erforderte. Doch aktuelle Aufnahmen und der Bericht widersprechen dieser Darstellung.
Es wird beschrieben, dass zuerst ein Grenzschutzbeamter und dann ein CBP-Beamter auf Pretti schossen, ohne dass seine Bedrohung durch eine Waffe bestätigt wird. Stephen Miller, Trumps Vizestabschef, der Pretti anfangs als "inländischen Terroristen" bezeichnete, hat seine Haltung revidiert. Miller äußerte sich nun bescheidener und kündigte an, die Einhaltung der Einsatzprotokolle zu überprüfen, was als Reaktion auf den öffentlichen Aufschrei interpretiert werden kann.
Der Fall Pretti hat zu landesweiten Protesten geführt. Mit den Videoaufnahmen, die den offiziellen Darstellungen widersprechen, wurde die Regierung unter Druck gesetzt. Auch ein früherer Vorfall mit einer erschossenen US-Bürgerin durch einen ICE-Beamten in derselben Stadt trug zur Aufregung bei. Trumps rigorose Migrationspolitik und die massive Präsenz von Bundestruppen in Minnesota stoßen auf heftigen Widerstand in der Demokratisch dominierten Gegend.
Die US-Regierung veröffentlichte Fotos einer angeblichen Waffe Prettis, die ihren Standpunkt untermauern sollten. Doch die Aufklärung wird kritisiert: Es gibt Widerstand auf staatlicher Ebene, da Bundesbehörden den Zugang zu nötigen Informationen verwehren, obwohl oft falsche Informationen verbreitet werden. Der Vorfall wird als weiterer Beleg gesehen, dass die Trump-Regierung selektiv mit der Wahrheit umgeht. Angesichts der Vorfälle erklärte Trump, Pretti hätte keine Waffe tragen sollen, obwohl dieser laut Polizeiangaben alle erforderlichen Berechtigungen hatte. Der Vorfall wird von Trump als "bedauerlich" beschrieben, und er stellt infrage, wann genau die Beamten Kenntnis von Prettis Waffe erlangten. Diese Aussage sorgt für zusätzliches Stirnrunzeln angesichts der schnellen Schuldzuweisungen zuvor. In der politischen Debatte in Minnesota stehen die Rechte auf Waffenbesitz und Versammlungsfreiheit im Fokus, mit Gouverneur Tim Walz als Verfechter beider Rechte.

