US-Zölle: Risiken für deutsche Häfen im Visier
In der Maritimen Welt gibt es derzeit Diskussionen über die potenziellen Auswirkungen von US-Zöllen, die sich möglicherweise auf deutsche Häfen erstrecken könnten. Burkhard Lemper, Leiter des Bremer Instituts für Seeverkehrswirtschaft und Logistik, äußerte Bedenken über die Folgen, falls EU-Produkte von Zöllen betroffen werden. Besonders betroffen wären Häfen, die einen bedeutenden Warenverkehr mit den USA haben.
Der Experte weist darauf hin, dass dies zu einem Rückgang des Handelsvolumens oder zumindest zu verminderten Wachstumsraten führen könnte. Lemper betont, dass das Ausmaß der Auswirkungen derzeit noch schwer abzuschätzen sei. Unklar ist, ob gestiegene Preise möglicherweise dazu führen, dass Importe lokal substituiert werden oder die Nachfrage insgesamt sinkt.
Handelseinschränkungen durch Zölle würden sich in der Schifffahrt vor allem auf global agierende Reedereien auswirken. Bremerhaven, Hamburg und Wilhelmshaven sind im Containerverkehr eng mit den USA verbunden, wie Lemper erklärt. Statistiken zeigen, dass die USA ein bedeutender Handelspartner für die Häfen in Bremen mit einem Anteil von rund 17 Prozent und in Hamburg mit circa 8,8 Prozent sind.
Für Wilhelmshaven liegen derzeit keine entsprechenden Daten vor. Erwähnenswert ist auch, dass US-Präsident Donald Trump das Instrument der Zölle zunehmend als Verhandlungstaktik nutzt. Bestehende Zölle auf chinesische Waren sollen aktuell verdoppelt werden, und auch Importe aus Mexiko und Kanada sind mit hohen Zollauflagen konfrontiert.
Insbesondere Stahl- und Aluminiumimporte stehen im Fokus und werden mit Zöllen von 25 Prozent belegt. Eine ähnliche Bedrohung hinsichtlich Zöllen von EU-Importen steht im Raum.

