US-Wirtschaft überrascht mit neuem Schwung im zweiten Quartal
Die Wirtschaft der USA hat sich im zweiten Quartal überraschend stärker entwickelt als zunächst angenommen. Laut dem Bureau of Economic Analysis stieg das Bruttoinlandsprodukt auf eine überarbeitete annualisierte Rate von 3,8 Prozent, was über den zuvor gemeldeten 3,3 Prozent liegt. Diese positive Entwicklung wurde maßgeblich durch eine Abnahme der Importe und einen Anstieg der Konsumausgaben begünstigt. Allerdings scheint der Schwung im weiteren Jahresverlauf nachgelassen zu haben.
Wirtschaftsexperten hatten ursprünglich mit keinem Anstieg gegenüber den vorläufigen Werten gerechnet und zeigen sich nun überrascht. Neben dem Konsum trugen auch Investitionen der Unternehmen in immaterielle Güter, insbesondere in den Bereich der Künstlichen Intelligenz, zur Wachstumssteigerung bei.
Die revidierten nationalen Kontodaten umfassen ebenfalls eine Korrektur der Zahlen vom ersten Quartal 2020 bis zum ersten Quartal 2025. Ein Vorziehen der Importe im Zuge eines Wettlaufs zur Umgehung der von Präsident Donald Trump verhängten Zölle hatte ursprünglich das Wirtschaftswachstum im ersten Quartal beeinträchtigt. Diese Zollmaßnahmen, die den durchschnittlichen Zollsatz auf ein Jahrhunderthoch steigerten, führten zu einem Rückgang des BIP um 0,6 Prozent.
Die heftigen Schwankungen bei den Importzahlen sorgen dafür, dass sowohl das Ergebnis des ersten als auch des zweiten Quartals nur bedingt die tatsächliche Wirtschaftslage widerspiegeln. Experten erwarten ein zurückhaltendes zweites Halbjahr, auch bedingt durch die anhaltende Unsicherheit in der Handelspolitik, was den Jahreswirtschaftszuwachs auf etwa 1,5 Prozent begrenzen könnte.
Der Wert des Produktionswachstums, der das BIP und das Bruttoinlandseinkommen (GDI) kombiniert, verzeichnete ebenfalls Änderungen. Während das GDI um revidierte 3,8 Prozent im zweiten Quartal stieg, war es im ersten Quartal lediglich um 1,0 Prozent gewachsen, eine Verbesserung im Vergleich zu den zuvor angenommenen 0,2 Prozent.

