US-Verstärkung der Sanktionen gegen Russlands Ölindustrie: Bidens letzter Coup zur Unterstützung der Ukraine
Die USA verstärken ihre Sanktionen gegen Russlands Ölindustrie mit einem beispiellosen Schritt, denn die Regierung von Präsident Biden sucht nach Wegen, um die Verhandlungsposition der Ukraine kurz vor einem möglichen Machtwechsel im Weißen Haus zu stärken. Die jüngsten Maßnahmen richten sich gegen Unternehmen, die etwa ein Viertel der russischen Ölexporte über den Seeweg abwickeln, sowie gegen wichtige Versicherer und Händler, die mit hunderten von Ladungen in Verbindung stehen.
Zudem weitet die USA ihre Sanktionen auf Tanker aus, die bereits als störend empfunden wurden. Schatzministerin Janet Yellen bemerkte dazu, dass es darum gehe, das Sanktionsrisiko für den russischen Ölhandel zu erhöhen, einschließlich der Unterstützung bei Schifffahrt und finanzieller Abwicklung. Diese Maßnahmen gehen deutlich über vergangene Sanktionen hinaus, um Russlands Kriegsmaschinerie nach der Invasion der Ukraine 2022 zu schwächen.
Die Hauptziele in Zusammenarbeit mit dem Vereinigten Königreich sind bedeutende russische Energieunternehmen wie Gazprom Neft und Surgutneftegas. Diese Firmen exportierten im Jahr 2024 etwa 970.000 Barrel Öl täglich auf dem Seeweg, was aus Bloombergs Daten etwa 30% des russischen Gesamtvolumens ausmacht.
Zusätzlich werden mehr als zwei Dutzend Tochtergesellschaften dieser Unternehmen sowie über 180 Schiffe sanktioniert, viele davon Teil der sogenannten Schattenflotte Russlands. Weitreichende Konsequenzen für Russlands Erdölexporte und den globalen Ölmarkt werden erwartet. Anstatt des prognostizierten globalen Ölüberschusses könnte der Verlust russischer Lieferungen signifikant sein.
Neben anderen strategischen Sanktionen betrifft es insbesondere die in Moskau ansässige Ingosstrakh Insurance, was Fragen nach dem Schutz von Tankern bei Risiken wie Havarien oder Schäden aufwirft. Ebenso wird Rosnefteflot, der Schiffsarm von Rosneft, ins Visier genommen, während zwei Flüssigerdgasprojekte und ein großes russisches Ölprojekt ebenfalls Sanktionen erhalten.
Diese Schritte passen in die breitere Strategie der Biden-Regierung, der Ukraine bei möglichen Friedensgesprächen mit Russland mehr Verhandlungsmacht zu geben. Weitere Sanktionen sind nicht ausgeschlossen, insbesondere da die USA in den letzten Monaten bereits Maßnahmen gegen Gazprombank ergriffen haben.

