US-Staatsanleihen bleiben stabil trotz Zinssenkung: Arbeitsmarktdaten sorgen für Überraschung
Der Markt für US-Staatsanleihen zeigte sich am Donnerstag unbeeindruckt von der jüngsten Leitzinssenkung durch die US-Notenbank. Obwohl die Entscheidung der Fed zunächst Hoffnung auf Besserung genährt hatte, verharrten die Kurse der Anleihen weiterhin auf einem niedrigen Niveau. Der T-Note-Future für zehnjährige Papiere ging um 0,12 Prozent auf 112,92 Punkte zurück, während die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen bei 4,12 Prozent lag.
Ein wesentlicher Grund für die Zurückhaltung der Anleihemärkte waren die überraschend positiven Zahlen vom US-Arbeitsmarkt. Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sanken deutlicher als erwartet und stellen einen wichtigen Indikator für den Zustand des Arbeitsmarktes dar. Dies wirft ein neues Licht auf die Argumentation der Fed, die ihre Entscheidung zur Zinssenkung vor allem mit einer schwächeren Entwicklung am Arbeitsmarkt begründet hatte.
Die Erwartung weiterer Zinssenkungen im laufenden Jahr erhielt durch die Aussagen von Notenbankchef Jerome Powell auf der Pressekonferenz einen Dämpfer. Erik Liem, Ökonom der Commerzbank, gibt zu bedenken, dass das Federal Open Market Committee (FOMC) die gestiegenen Abwärtsrisiken in der Beschäftigung anerkennt, jedoch auch die Gefahr einer hartnäckigen Inflation im Blick behalten möchte. Diese Perspektive spiegelt sich auch in der Tatsache wider, dass lediglich ein Mitglied im geldpolitischen Rat, der eng mit Trump verbundene Stephen Miran, für eine großzügigere Zinssenkung stimmte.

