US-Justizministerium intensiviert kartellrechtliche Untersuchung gegen Nvidia
Das US-Justizministerium hat Vorladungen an Nvidia und andere Unternehmen verschickt, um mögliche Verstöße des führenden Herstellers von KI-Prozessoren gegen Kartellrecht zu untersuchen. Dies markiert eine Verschärfung der Ermittlungen gegen Nvidia.
Das Ministerium, das zuvor Fragebögen an verschiedene Firmen gesandt hatte, fordert nun mittels rechtlich bindender Vorladungen, dass die Empfänger Informationen liefern. Diese Schritte deuten darauf hin, dass die Behörde sich einer formellen Klage nähert.
Kartellbehörden befürchten, dass Nvidia den Wechsel zu anderen Anbietern erschwere und Kunden, die nicht ausschließlich seine KI-Chips verwenden, benachteilige. Nvidia-Aktien, die bereits einen historischen Absturz am Dienstag erlitten, sanken nach Bekanntwerden der Vorladungen weiter. Dennoch hat sich der Aktienkurs in diesem Jahr mehr als verdoppelt, angetrieben durch ein phänomenales Umsatzwachstum.
Teil der Untersuchung ist Nvidias Übernahme von RunAI, einem im April angekündigten Softwareunternehmen. Es gibt Bedenken, dass diese Übernahme Kunden den Umstieg von Nvidia-Chips erschweren könnte. Ebenfalls hinterfragt wird, ob Nvidia Kunden bevorzugt beliefert, die seine Technologie ausschließlich oder vollständig integrierte Systeme von Nvidia nutzen.
Nvidia wurde 1993 gegründet und erlangte Bekanntheit durch den Verkauf von Grafikkarten an Computerspieler. Das Unternehmen hat sich jedoch schnell erweitert und bietet nun Software, Server, Netzwerke und Dienstleistungen an, die die Implementierung von KI beschleunigen sollen.
Geschäftsführer Jensen Huang betont, dass er Kunden priorisiert, die seine Produkte in betriebsbereiten Rechenzentren sofort einsetzen können. Diese Politik zielt darauf ab, Lagerbestände zu minimieren und die breite Einführung von KI zu beschleunigen.
Nvidias Erfolg und die Probleme der Konkurrenz, alternative Chips bereitzustellen, haben das Unternehmen zu einem unverzichtbaren Teil der Lieferkette für Giganten wie Microsoft und Meta Platforms gemacht. Während des Höhepunkts der Knappheit kosteten Einzelkomponenten des Nvidia H100-Beschleunigers bis zu 90.000 USD.
Analysten prognostizieren, dass Nvidia im Jahr 2024 Einnahmen von 120,8 Milliarden USD erzielen wird, verglichen mit 16 Milliarden USD im Jahr 2020, wobei der Großteil aus dem Rechenzentrumsgeschäft stammt. Nvidia wird voraussichtlich in diesem Jahr mehr Gewinn erzielen als der gesamte Umsatz seines nächsten Konkurrenten Advanced Micro Devices.
Weltweit konzentrieren sich Regierungen auf den Zugang zu KI-Fähigkeiten, da diese Technologie zunehmend für wirtschaftliche Stärke und nationale Sicherheit von Bedeutung ist.

