US-Inflation zeigt aufflackernde Bewegung – Energiekosten bremsen
In den Vereinigten Staaten hat sich die Inflationskurve erneut leicht aufwärts bewegt. Im Mai verzeichnete das Land einen Anstieg der Verbraucherpreise um 2,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie das US-Arbeitsministerium verkündete. Noch im April lag der Zuwachs bei geringeren 2,3 Prozent, nach einer dreimonatigen Abschwächung in der Inflationsentwicklung. Analysten hatten diesen Zuwachs bereits vorhergesehen.
Experten gehen davon aus, dass in den kommenden Monaten die von der US-Zollpolitik geprägten Rahmenbedingungen die Inflation weiter anheizen könnten. Besonders die steigenden Wohnkosten trugen zur Preiserhöhung bei. Im Gegensatz dazu verhinderten rückläfige Energiepreise eine noch höhere Inflation. Insbesondere Benzin wurde 12 Prozent günstiger verglichen mit dem Vorjahr.
Ralf Umlauf von der Helaba kommentierte, dass sich die erwarteten preistreibenden Effekte der höheren Zölle bisher nicht im vollen Umfang zeigen. Unterstützt wird diese Sichtweise durch Einschätzungen aus der US-Notenbank Fed, die auch künftig zollbedingte Preissteigerungen erwarten. Analyst Elmar Völker von der LBBW unterstrich, dass die Auswirkungen von Präsident Trumps Zollerhebungen weiterhin unsichtbar bleiben.
Frederik Ducrozet von Pictet gibt an, dass der Rückgang der Energiepreise aktuell die Inflation dämpft, jedoch bis zum Jahresende mit einem Anstieg der Inflationsrate auf 3,5 bis 4,0 Prozent zu rechnen sei. Im Vergleich zum April erhöhte sich die Inflationsrate lediglich um 0,1 Prozent, obwohl ein doppelt so hoher Anstieg prognostiziert wurde.
Die Kernrate, welche schwankungsanfällige Preise ausschließt, stagnierte im Mai bei 2,8 Prozent. Thomas Gitzel von der VP Bank erklärte, dass die meisten Unternehmen die Zollkosten an die Konsumenten weitergegeben haben, jedoch die allgemein verhaltene Kauflaune der Amerikaner, die zum Teil auf die Zölle zurückzuführen ist, derzeit den stärkeren Effekt ausübt.
Der Euro konnte im Anschluss an die Veröffentlichung der Inflationsdaten gegenüber dem US-Dollar zulegen, was auch den Aktienmärkten einen gewissen Auftrieb verlieh.

