US-Inflation überrascht mit deutlicher Abkühlung
Die Inflationsentwicklung in den USA sorgte zu Jahresbeginn für eine positive Überraschung. Die Verbraucherpreise stiegen im Januar im Vergleich zum Vorjahr um nur 2,4 Prozent. Dieser Rückgang markiert eine deutliche Abweichung von den 2,7 Prozent im Dezember und lag unter den Erwartungen der Volkswirte, die von 2,5 Prozent ausgingen. Das US-Arbeitsministerium gab diese Zahlen am Freitag in Washington bekannt.
Ein wesentlicher Faktor für die verhaltenere Inflation waren die gesunkenen Energiekosten, insbesondere Benzin, das sich um 7,5 Prozent verbilligte. Im Gegensatz dazu legten die Preise für Dienstleistungen spürbar zu. Auf Monatssicht stiegen die Verbraucherpreise um 0,2 Prozent. Die Kerninflation, die Energie- und Nahrungsmittelpreise ausschließt, ging geringfügig um 0,1 Prozentpunkte auf 2,5 Prozent zurück, was von Analysten erwartet wurde.
Dirk Chlench von der Landesbank Baden-Württemberg kommentierte, dass die gemäßigte Preisentwicklung angesichts der jüngsten Zollanhebungen der USA überrasche. Er erklärte, dass US-Unternehmen anscheinend in der Lage seien, die gestiegenen Kosten durch höhere Produktivität auszugleichen.
Trotz der Rückgänge bleibt die Inflation über dem Zwei-Prozent-Ziel der US-Notenbank. Ralf Umlauf von der Landesbank Hessen-Thüringen hält die Teuerung für zu hoch für eine dauerhafte Akzeptanz durch die Fed. Zugleich sieht Thomas Gitzel von der VP Bank keinen unmittelbaren Handlungsbedarf für die Fed, obwohl er erwartet, dass der Druck auf den scheidenden Fed-Präsidenten Jerome Powell zunimmt, vor seinem Abschied im Mai eine Zinssenkung zu initiieren.
Die Veröffentlichung der Preisdaten verzögerte sich aufgrund eines Behörden-Shutdowns. An den Devisenmärkten führte die Bekanntgabe zu Verlusten des US-Dollar, während der Euro ein Tageshoch erreichte.

