US-Industrie zeigt Schwäche: ISM-Index fällt im Mai erneut
Der aktuelle Bericht des Institute for Supply Management (ISM) offenbart eine unerwartete Abkühlung in der US-amerikanischen Industrie. Der Einkaufsmanagerindex ist im Mai um 0,2 Punkte auf nun 48,5 gesunken, wie das Institut kürzlich in Tempe bekanntgab. Damit verzeichnet der ISM-Index seinen vierten Rückgang in Folge und erreicht den tiefsten Stand seit dem vergangenen November.
Ökonomen hatten im Vorfeld hingegen mit einem Aufschwung auf 49,5 Punkte gerechnet und wurden somit enttäuscht. Der aktuelle Wert des ISM-Index bleibt unter der kritischen Marke von 50 Punkten, was auf eine rückläufige wirtschaftliche Aktivität in den Industriebetrieben hindeutet. Noch im Januar hatte der Index einen Hoffnungsschimmer gezeigt, als er erstmalig seit Oktober 2022 über die 50-Punkte-Schwelle stieg und sich auch im Februar knapp darüber hielt. Doch seitdem hat sich das Blatt gewendet, und die Industrie sieht sich erneut mit Herausforderungen konfrontiert.
Ralf Umlauf von der Landesbank Helaba kommentiert die jüngsten Entwicklungen mit einer nüchternen Einschätzung: Die konjunkturelle Lage bleibe angespannt, und Erwartungen hinsichtlich einer Zinssenkung seitens der Federal Reserve gewinnen an Stärke. Allerdings warnt Umlauf vor übersteigertem Optimismus, denn der Preisindex zeigt weiterhin hohe Werte. Er merkt an, dass die Fed aufgrund anhaltender Inflationsrisiken aktuell keine Eile hat, die Geldpolitik merklich zu lockern.

