US-Diplomatie im Nahen Osten: Verhandlungen und militärische Spannung
Der US-Sondergesandte Steve Witkoff hat sich angesichts regional angespannter Verhältnisse mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu getroffen. Ziel des Treffens war es, sich abzustimmen, bevor Witkoff am Freitag in Istanbul mit Vertretern des Irans verhandelt. Auch hochrangige israelische Minister und Geheimdienstchefs, darunter Verteidigungsminister Israel Katz und Mossad-Chef David Barnea, waren bei den Beratungen anwesend.
US-Präsident Donald Trump hat in den vergangenen Wochen Iran mehrmals mit Militärschlägen gedroht. Anlass sind sowohl das Vorgehen des Iran gegen Demonstranten als auch dessen Atomprogramm. Im Gegenzug drohte der Iran mit Vergeltungsmaßnahmen gegen die USA und Israel.
Seit Anfang Januar wurde die US-Militärpräsenz in der Region erheblich verstärkt, dennoch sind Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran weiterhin geplant, wie die US-Regierungssprecherin Karoline Leavitt betonte. Israel sieht die Verhandlungen mit Skepsis. Das Land befürchtet, dass sich die USA auf einen Kompromiss beim iranischen Atomprogramm einlassen könnten, während andere wichtige Themen wie das Raketenprogramm und die Unterstützung Irans für israelfeindliche Kräfte vernachlässigt werden.
Die USA setzen auf eine Strategie des "maximalen Drucks", die militärische Präsenz demonstrativ zur Schau stellt und eine schnelle Einsatzbereitschaft signalisiert, sollte die Diplomatie fehlschlagen. Diese Form der "Kanonenboot-Diplomatie" soll politische Ziele durch Drohungen mit militärischer Stärke und Kriegsaussichten erreichen, schreibt die israelische Politikwissenschaftlerin Ruth Pines Feldman.

