US-Börsen: Leichte Verluste trotz Zinssenkungserwartungen
Die US-amerikanischen Aktienmärkte haben sich am Dienstag nach einem fast unveränderten Start leicht rückläufig entwickelt. Die aufgrund des partiellen Regierungsstillstands verzögerten Arbeitsmarktdaten für Oktober und November sowie die ebenso verzögerten Einzelhandelszahlen fielen gemischt aus. Ralf Umlauf, Analyst bei der Helaba, meint jedoch, dass diese Zahlen die bereits ausgeprägten Erwartungen einer Zinssenkung nicht wesentlich beeinflussen dürften.
Der Dow Jones Industrial, welcher zuletzt am Freitag ein neues Rekordhoch von 48.887 Punkten erreichte, fiel um moderate 0,3 Prozent auf 48.250 Zähler. Der umfassendere S&P 500 verzeichnete Verluste von 0,4 Prozent und schloss bei 6.792 Punkten, während der Nasdaq 100 um 0,2 Prozent auf 25.008 Punkte abrutschte. Besonders der technologielastige Nasdaq 100 zeigte sich in den vergangenen Tagen geschwächt, da derzeit Umschichtungen von Technologiewerten hin zu traditionellen Industriewerten im Gange sind. Bedenken über möglicherweise überhöhte Bewertungen von KI-Aktien setzen den Markt zusätzlich unter Druck.
Ralf Umlauf kommentierte die Veröffentlichung der Arbeitsmarktdaten mit "Beschäftigungsrückgang im Oktober überrascht, solide im November". Die Zahlen für Oktober zeigen einen erheblichen Stellenabbau, was rückblickend die vergangene Zinssenkung der US-Notenbank Fed rechtfertigt. Trotz eines leichten Anstiegs liegt die Arbeitslosenquote weiterhin auf einem historisch niedrigen Niveau. Die Fed hatte in der letzten Woche angesichts einer sich abkühlenden Beschäftigungssituation den Leitzins gesenkt, obgleich die Inflationsrate hartnäckig hoch bleibt.
Im Einzelhandel gab es im Oktober keine Wachstumssignale, da die Umsätze stagnierten, während Volkswirte ein kleines Plus prognostiziert hatten.
Bei den Einzelaktien im Dow verzeichnete Merck & Co mit einem Minus von 3,1 Prozent die höchsten Verluste. Die Schwäche geht vermutlich auf den Konkurrenten Pfizer zurück, dessen Aktien im S&P 100 um 4,3 Prozent fielen, nachdem das Unternehmen für das kommende Jahr nur ein geringes Umsatzwachstum in Aussicht gestellt hatte, was unter den Analystenerwartungen lag.
Die Aktien von Ford erlebten starke Schwankungen und schlossen 0,3 Prozent niedriger. Der Autobauer hatte Medienberichten zufolge den Umbau seines defizitären Elektroauto-Geschäfts angekündigt, was mit einer erheblichen Abschreibung von 19,5 Milliarden Dollar verbunden ist. Dennoch schätzt Ford die Gewinnentwicklung für das laufende Jahr leicht positiver ein.
Innerhalb der Gruppe der "Magnificent 7" legte nur Meta mit einem Plus von 0,4 Prozent zu. Alphabet, Amazon, Nvidia und Microsoft hielten sich stabil, während Apple und Tesla jeweils um 0,3 Prozent nachgaben.

