US-Börsen unter Druck: Handelskrieg-Ängste zwischen USA und Europa
Die US-Börsen haben empfindliche Verluste erlitten, befeuert durch die drohende Eskalation eines Handelskonflikts zwischen den Vereinigten Staaten und Europa. Grund für die Turbulenzen sind die von US-Präsident Donald Trump angedrohten Strafzölle, sollte im Streit um die zu Dänemark gehörende Insel Grönland keine Einigung erzielt werden. Diese Entwicklung führte dazu, dass die Kursgewinne seit Jahresbeginn nahezu ausradiert wurden. Ein düsteres Bild zeichnen auch die charttechnischen Signale, die auf eine negative Entwicklung der Märkte hindeuten. Der Volatilitätsindex VIX, der die erwarteten Schwankungen im S&P 500 misst, stieg auf über 20 Punkte, den höchsten Stand seit November. In dieser angespannten Lage flüchteten viele Anleger in Edelmetalle wie Gold, während US-Staatsanleihen an Wert verloren.
Am Wochenende kam es zwischen Washington und europäischen Staaten zur Verschärfung der Situation. Sollte es bis zum 1. Februar zu keiner Einigung über den Kauf Grönlands kommen, droht Trump mit steigenden Strafzöllen ab Juni. Europäische Politiker zeigten sich empört und ziehen mögliche Gegenmaßnahmen in Betracht.
Die wichtigsten Aktienindizes konnten sich diesem Sturm nicht entziehen: Der Dow Jones Industrial verlor 1,76 Prozentpunkte, der S&P 500 fiel um 2,06 Prozent und der Nasdaq 100 gab um 2,12 Prozent nach. Diese Abwärtsbewegung führte dazu, dass alle drei Indizes unter ihre wichtigen 21-Tage-Trendlinien fielen. Für S&P 500 und Nasdaq bedeutete der Absturz zudem das Unterschreiten der 50-Tage-Linie.
Laut Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, zeigt der Grönland-Streit deutlich, dass Handelsstreitigkeiten weiter ungelöst sind und unter der jetzigen US-Administration wohl ein ständiger Unruheherd bleiben werden.

