US-Börsen: Tech-Aktien unter Druck, Snap und Lyft überraschen positiv
Nach einem moderaten Aufschwung am Vortag standen die US-Aktienmärkte am Donnerstag erneut unter Druck. Die laufende Berichtssaison vermochte es nicht, die Stimmung entscheidend zu beeinflussen, während insbesondere die hohen Bewertungen von Technologieaktien weiterhin auf kritische Blicke treffen.
Der Dow Jones Industrial verzeichnete einen Rückgang von 0,7 Prozent und fiel auf 47.000 Punkte. Der S&P 500 gab um 0,8 Prozent nach und landete bei 6.739 Zählern. Der technologielastige Nasdaq 100 verlor gar 1,5 Prozent, was ihn auf 25.239 Punkte sinken ließ.
Vor allem die Aktien von Technologieunternehmen, die sich verstärkt mit Künstlicher Intelligenz auseinandersetzen, gerieten ins Visier der Investoren. Sorgen um eine mögliche Überbewertung und bevorstehende Korrekturen drückten auf die Kurse. Bei den Unternehmensberichten enttäuschte insbesondere Qualcomm: Trotz eines geplanten Umsatzes über der Konsensschätzung von Analysten lag die Gewinnprognose unter den Erwartungen, was den Aktienwert des Smartphone-Chipherstellers um 3,3 Prozent sinken ließ.
Im Gegensatz dazu konnte Marvell Technology einen Kurszuwachs von 2,2 Prozent verzeichnen, angestoßen durch Berichte über ein Interesse des japanischen Softbank-Konzerns an einer Übernahme des Chipproduzenten, was Hoffnungen auf eine bedeutende Transaktion in der Branche schürte.
Fernab des Chipsektors legten die Aktien von Metsera um beachtliche 13 Prozent zu. Grund war das erneute Erhöhen des Angebots von Novo Nordisk im Bieterwettkampf um das Adipositas-Startup, nachdem Pfizer gleichgezogen hatte.
Die Boeing-Aktien drehten nach anfänglichen Gewinnen ins Minus und notierten zuletzt 0,3 Prozent niedriger. Der Flugzeugbauer kommt einer Strafverfolgung im Zusammenhang mit den Abstürzen der 737 Max-Maschinen allerdings künftig nicht mehr in die Quere, nachdem ein texanischer Richter eine Einigung mit dem US-Justizministerium bestätigte. Als Teil dieser Einigung wird Boeing über eine Milliarde Dollar zahlen.
Besonders positiv überraschte Snap, dessen Aktien um 12 Prozent nach oben schnellten. Neben überzeugenden Quartalszahlen beflügelte eine neue Partnerschaft im KI-Bereich mit Perplexity AI die Kurse, die Snapchat-Nutzern den Zugang zu der KI-Suchtechnologie eröffnet.
Lyft präsentierte ebenfalls erfreuliche Zahlen und äußerte eine optimistische Prognose für das Weihnachtsquartal, was die Aktien des Fahrdienstvermittlers um 7,5 Prozent steigen ließ.
Hingegen verlustreich entwickelte sich die Aktie von Doordash, die um 16 Prozent absackte. JPMorgan kritisierte die Investitionen des Lieferservices, die die Margen belasten. Der Sprachlernanbieter Duolingo musste gar einen heftigen Einbruch von 26 Prozent hinnehmen, da der Ausblick enttäuschte und das Unternehmen einen zu starken Fokus auf Nutzerwachstum lege.

