US-Börsen schwanken nach Powell-Rede: Tech-Indizes trotzen Volatilität
An den US-Börsen zeigte sich am Mittwoch eine gewisse Nervosität, nachdem der Chef der US-Notenbank, Jerome Powell, im späten Handel Aussagen getroffen hatte, die die anfänglichen Rekordstände der wichtigsten Indizes ins Negative drehten. Noch zuvor hatten die Indizes auf neuen Höchstständen notiert. Doch die Hoffnung der Anleger auf eine weitere Zinssenkung im Dezember wurde durch Powells Äußerungen gedämpft. Besonders bemerkenswert: Die zinssensiblen Technologie-Indizes erholten sich schnell und beendeten den Handel sogar im Plus. Der Leitindex Dow Jones verlor bis zum Handelsschluss 0,16 Prozent und schloss bei 47.632,00 Punkten. Der S&P 500 blieb mit 6.890,59 Punkten unverändert. Im technologielastigen Nasdaq 100 gab es allerdings einen Anstieg um 0,41 Prozent auf 26.119,85 Punkte, und der breiter gefasste Nasdaq Composite stieg um 0,55 Prozent auf 23.958,47 Punkte.
Powell erklärte, dass die kurzfristigen Inflationserwartungen derzeit im Anstieg begriffen seien und es im Dezember keine Garantie für eine weitere Zinssenkung zur Stärkung des Arbeitsmarktes gebe. Diese Unsicherheit enttäuschte Investoren, die auf eine eindeutigere Richtung gehofft hatten.
Dennoch senkte die Fed den Leitzins zum zweiten Mal in diesem Jahr um 0,25 Prozentpunkte auf eine Spanne von 3,75 bis 4,0 Prozent, wohl beeinflusst durch den Druck von Präsident Donald Trump. Ein anhaltender Shutdown in den USA führte dazu, dass der Fed wesentliche Konjunkturdaten zur Beurteilung der derzeitigen wirtschaftlichen Lage fehlten. Ein Ende der Haushaltssperre ist bisher nicht absehbar.
'Die fehlenden Daten machen die Arbeit der Währungshüter momentan besonders schwierig', kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. Es scheint, dass die Fed im Zweifelsfall dazu neigt, im Dezember von einer Zinssenkung abzusehen, um keine Fehlentscheidungen zu treffen.
Unter den Einzelwerten stach Nvidia hervor, da der Chiphersteller beim Börsenwert die Marke von fünf Billionen US-Dollar überschritten hat. Die Papiere des Unternehmens verzeichneten einen Zuwachs von drei Prozent dank ihrer Schlüsselrolle im Bereich der Künstlichen Intelligenz. An der Spitze des Dow kletterte Caterpillar mit einem beinahe 12-prozentigen Gewinn auf den höchsten Tageszuwachs seit 2009, was auf eine gestiegene Nachfrage nach Energieausrüstung zurückzuführen ist. Ebenfalls im Fokus standen die Wertpapiere von Verizon mit einem Plus von gut 2 Prozent. Auf der Verliererseite fanden sich die Aktien von Boeing, die um 4,4 Prozent einbüßten, da der Flugzeugbauer die Auslieferung seines neuen 777X Großraumjets erneut verschieben musste, was zu weiteren massiven Verlusten führte. Als klares Schlusslicht im S&P 500 fielen die Wertpapiere von Fiserv um 44 Prozent nach der Bekanntgabe einer gekürzten Gewinnprognose und einer umfassenden Unternehmensumstrukturierung.

