US-Börsen erzwingen Rekorde trotz „Shutdown“-Schatten
Die US-Börsen zeigten am Mittwoch unerwartete Stärke, als sowohl der S&P 500 als auch der Nasdaq 100 neue Rekordstände erreichten, trotz der drohenden wirtschaftlichen Unsicherheiten durch den Regierungsstillstand. Die Investorenstimmung blieb zwar eher stabil als euphorisch, doch kletterte der S&P 500 um 0,34 Prozent auf 6.711,20 Punkte, angetrieben von bedeutenden Kursgewinnen in der Pharma- und Technologiebereichen. Parallel dazu stieg der Nasdaq 100 um 0,49 Prozent auf 24.800,86 Zähler, während der Dow Jones Industrial bescheiden um 0,09 Prozent auf 46.441,10 Punkte zulegte.
Überraschend schwache Arbeitsmarktdaten im privaten Sektor von ADP und nahezu erwartungsgemäße ISM-Daten der US-Industrie sorgten für eine verhaltene Marktreaktion. Trotzdem geben die anhaltenden Konflikte im US-Senat hinsichtlich eines Übergangshaushalts Anlass zur Sorge. Hier schieben sich Demokraten und Republikaner gegenseitig die Verantwortung für das Scheitern der Verhandlungen zu, während der „Shutdown“ bereits den 22. seiner Art seit 1979 markiert. Ein baldiges Ende der Verwaltungsstilllegung ist nicht in Sicht, was die Veröffentlichung wichtiger Wirtschaftsdaten gefährdet und die US-Notenbank Fed vor Herausforderungen stellt.
Hohe Kursgewinne erzielten im Dow vor allem Aktien aus der Pharmabranche wie Amgen und Merck, die um 5,8 bzw. 7,4 Prozent zulegten. Diese Entwicklung folgt dem Einlenken von Pfizer bezüglich hoher Medikamentenpreise, was der allgemeinen Branchenstimmung zugutekommt.
Pfizer legte um bemerkenswerte 6,8 Prozent zu, während auch Eli Lilly, Regeneron und Biogen kräftige Gewinne verzeichneten.
Zusätzlich verzeichnete Nike einen beachtlichen Kursanstieg von 6,0 Prozent, gestützt durch beeindruckende Quartalszahlen. Analysten von Jefferies und JPMorgan bewerben die Aktie nun mit „Just Buy It“, inspiriert vom berühmten Slogan.
Unter den Technologiewerten ziehen Nvidia und Lam Research mit neuen Höchstständen Aufmerksamkeit auf sich. Besonders spannend war der Handel von Intel, die mit einem Plus von 7,1 Prozent schlossen, nach Berichten über mögliche Kooperationen mit AMD. Sollte sich diese Verbindung bewahrheiten, könnte sie erhebliches Vertrauen in den Chiphersteller zurückbringen.

