US-Behörden nehmen Pharmareklame ins Visier
US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. plant, die Pharmabranche mit neuen Vorschriften zur Werbung zu konfrontieren. Jährlich investiert die Branche mehr als 10 Milliarden Dollar in Werbung, was etwa 20% aller Werbeausgaben in den USA ausmacht.
Ein vollständiges Verbot der Werbung scheint unwahrscheinlich durchsetzbar zu sein, weswegen Kennedy alternative Ansätze erwägt, um die Kosten für Werbemaßnahmen zu erhöhen. Raymond James Gesundheitspolitik-Analyst Chris Meekins, der früher im US-Gesundheitsministerium tätig war, erläuterte, dass ein solcher Schritt nicht nur Auswirkungen auf die Pharmaunternehmen, sondern auch auf die Werbe- und Medienplattformen haben könnte.
Fernsehnetzwerke und andere Ad-Plattformen könten rechtlich gegen die Änderungen vorgehen, sofern sie sich benachteiligt fühlen. Frühere Versuche, Werbung vollständig zu verbieten, scheiterten im Kongress mangels Unterstützung. Senatoren wie Bernie Sanders und Angus King brachten kürzlich ein Gesetz ein, das jedoch ebenfalls keine überparteiliche Unterstützung fand.
Die Pharmabranche sieht sich darüber hinaus mehreren Herausforderungen gegenüber, darunter potenzielle Tarifandrohungen und der Druck, Produktionsstätten ins Inland zu verlagern. Unter diesen Umständen scheuen viele Investoren das Risiko und vermeiden Engagements in der Branche, die ohnehin durch regulatorische Unsicherheiten belastet ist.
Die Möglichkeiten der Regierung, Medikamentenzulassungen zu verlangsamen und die Gesamtkosten der Gesundheitsversorgung unter Kontrolle zu bringen, erhöhen den Druck auf die Pharmabranche.

