US-Arbeitsmarkt trotzt den Erwartungen – Fed vor Zinssenkung?
Die US-Wirtschaft kämpft weiterhin mit einem schwächelnden Arbeitsmarkt. Laut aktuellen Daten des Arbeitsministeriums wurden im August lediglich 22.000 neue Arbeitsplätze außerhalb der Landwirtschaft geschaffen, ein deutlicher Rückschlag gegenüber der Prognose von 75.000 neuen Stellen. Diese enttäuschende Zahl wird von einer rückwirkenden Anpassung der Vormonate begleitet, bei der insgesamt 21.000 weniger Stellen als zuvor berichtet eingerechnet werden müssen.
Aufmerksame Beobachter der Wirtschaft und Finanzmärkte richten ihren Blick nun verstärkt auf die Reaktionen der US-Notenbank. Eine solche Verlangsamung des Stellenaufbaus, wie Christoph Balz von der Commerzbank anmerkt, deutet oftmals auf eine bevorstehende Rezession hin. Thomas Gitzel von der VP Bank sieht gar die US-Wirtschaft insgesamt auf Talfahrt, beeinträchtigt durch Schwächen im Bau- und verarbeitenden Gewerbe.
In diesem Kontext gewinnt die kommende Sitzung des Federal Open Market Committee (FOMC) an Bedeutung. Analysten wie Ulrich Wortberg von der Helaba sehen dies als klares Indiz für eine Zinssenkung am 17. September. Thomas Altmann von QC Partners prognostiziert inzwischen eine fast sichere Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung, während Elmar Voelker von der LBBW überzeugt ist, dass die Fed trotz steigendem Inflationsdruck den Kurs einer moderaten Zinssenkung verfolgen wird. Johannes Mayr von Eyb & Wallwitz ergänzt diesen Ausblick mit der Erwartung, dass selbst steigende Inflationsraten die Geldpolitik nicht vom eingeschlagenen Pfad abbringen werden.
Für Investoren bleibt damit ein herausforderndes Umfeld, in dem sich besonders amerikanische Anleihen aufgrund des schwächelnden Dollars als weniger attraktiv erweisen. Trotz politischer Turbulenzen wird Präsident Trump weiterhin versuchen, Druck auszuüben, um eine stabilisierende Geldpolitik zu fördern.

