US-Arbeitsmarkt schwächelt im August: Leitzinssenkung rückt näher
Die US-Wirtschaft zeigt weiterhin Schwächen bei der Schaffung neuer Arbeitsplätze. Im August entstanden außerhalb der Landwirtschaft lediglich 22.000 neue Stellen, während die Erwartungen der Volkswirte bei 75.000 gelegen hatten. Zudem wurden die Zahlen der beiden Vormonate insgesamt um 21.000 Stellen nach unten korrigiert. Diese Entwicklung ruft Erinnerungen an den Juli wach, an dem ebenfalls weniger Arbeitsplätze geschaffen wurden als prognostiziert.
Besondere Aufmerksamkeit erhielt die jüngste Entlassung der Leiterin der Arbeitsmarktstatistik, Erika McEntarfer, durch den ehemaligen Präsidenten Trump. Er beschuldigte sie der Manipulation der Zahlen aus politischen Motiven. Die Problematik des schleppenden Stellenwachstums betrifft hauptsächlich den staatlichen Sektor, der 16.000 Arbeitsplätze abbauen musste, während im privaten Bereich 38.000 neue Jobs geschaffen wurden.
Die Arbeitslosenquote stieg leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 4,3 Prozent, ein Anstieg, der von Volkswirten erwartet worden war. Positiv entwickelten sich die durchschnittlichen Stundenlöhne, die um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vormonat stiegen. Ein ähnliches Wachstum war im Juli zu verzeichnen, jedoch sanken die Löhne auf Jahresbasis etwas schwächer um 3,7 Prozent.
Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, wertete den schwachen Jobaufbau als klares Zeichen einer schwächelnden Konjunktur und erwähnte den Einfluss des schwächelnden Bausektors auf den Arbeitsmarkt. Angesichts der jüngsten Entwicklungen halten es Experten für wahrscheinlich, dass die US-Notenbank Fed bei ihrer am 17. September anstehenden Sitzung den Leitzins reduzieren wird. Erwartet wird eine Senkung um nicht mehr als 0,25 Prozentpunkte, trotz des steigenden Inflationsdrucks, wie Elmar Völker von der LBBW kommentierte.
Die Daten hatten auch Auswirkungen auf den US-Dollar, der gegenüber wichtigen Währungen unter Druck geriet. Im Gegenzug stieg der Euro auf ein Tageshoch von 1,1750 US-Dollar und US-Staatsanleihen erfuhren einen merklichen Wertzuwachs. Während der Dax weitgehend unverändert blieb, erreichte der Goldpreis ein neues Rekordhoch von 3.586,82 US-Dollar, und auch der Bitcoin verzeichnete einen leichten Anstieg.

