US-Anleihen: Zinskurve könnte sich in den kommenden Monaten abflachen
Die Zinskurve der US-Staatsanleihen, die das Verhältnis zwischen kurzfristigen und langfristigen Zinsen darstellt, dürfte sich in den kommenden Monaten anpassen, da Spekulationen über Zinskürzungen der Federal Reserve die kurzfristigen Zinsen senken, während die langfristigen Zinsen auf hohem Niveau bleiben. Dies geht aus einer aktuellen Umfrage von Reuters unter Anleihe-Strategen hervor.
Jüngste Arbeitsmarktdaten verstärkten die Erwartung einer Zinssenkung um 25 Basispunkte in diesem Monat, da die US-Wirtschaft deutlich weniger Arbeitsplätze geschaffen hat als zuvor geschätzt. Dies hat die Spekulationen über weitergehende Zinssenkungen verstärkt, obwohl die Inflation über dem Zielwert der Fed von 2,0 % liegt.
Zins-Futures preisen mittlerweile drei weitere 25 Basispunkte-Senkungen der Zentralbank in diesem Jahr ein und mindestens weitere drei bis 2026. Diese Erwartungshaltung hat die Prognosen für die Rendite der Staatsanleihen in einer Umfrage gesenkt. Derzeit liegt die Rendite der zehnjährigen Anleihe bei 4,08 % und wird in drei Monaten auf 4,20 % ansteigen, um auf diesem Niveau zu verharren, wie die Umfrage ergab.
Experten wie Robert Tipp von PGIM Fixed Income glauben, dass die Fed versuchen wird, den Arbeitsmarkt zu stabilisieren, selbst wenn dies bedeutet, eine höhere Inflation zu tolerieren. Auch wenn die kurzfristigen Renditen zurückgehen, wird sich die zehnjährige Anleiherendite wahrscheinlich nicht stark verändern.
Eine steigende Risikoaufschlagprämie und wachsende Schulden aus Steuer- und Ausgabenpaketen könnten die Ursache für eine Wiederkehr der Zinskurven-Steilerung sein. Anleiheinvestoren bleiben jedoch wachsam angesichts eines volatilen Marktes und des herausfordernden makroökonomischen Umfelds.

