Unruhige Zeiten für Strategy: Aktionärsklage eingestellt, aber Zweifel bleiben
Die jüngste Wendung in der Saga um den Bitcoin-Treasury-Riesen Strategy wirft erneut Fragen auf. Jüngst wurde eine im Juni von Aktionären eingereichte Klage, die dem Unternehmen fragwürdige Buchhaltungspraktiken vorwarf, zurückgezogen. Dies geht aus den am Mittwoch veröffentlichten Gerichtsunterlagen hervor. Die Vorwürfe reichten von Treuepflichtverletzungen über ungerechtfertigte Bereicherungen und Kontrollmissbrauch bis hin zu grobem Missmanagement.
Interessant ist, dass die Klage just wenige Wochen nach einer weiteren Sammelklage fallengelassen wurde. Diese warf Strategy vor, die Aktionäre über die Auswirkungen neuer Rechnungslegungsstandards auf die Rentabilität des Unternehmens getäuscht zu haben. Beide Verfahren schienen sich in ihren Vorwürfen stark zu ähneln, was Beobachter kaum überrascht.
Die Anwaltskanzleien und Aktionäre, die in diesem Jahr verschiedene rechtliche Schritte gegen Strategy aufgrund vermeintlichen Wertpapierbetrugs unternahmen, zeichneten ein Bild wachsender Unzufriedenheit. Trotzdem stufen Branchenexperten die Vielzahl der Klagen als weniger ungewöhnlich ein, betrachtet man den Wettbewerb der Kanzleien darum, als führende Anwälte in einem konsolidierten Verfahren aufzutreten.
Inmitten dieser rechtlichen Turbulenzen bleibt Strategy – ehemals MicroStrategy – mit seinen 638.460 Bitcoins auch weiterhin der weltweit größte unternehmensseitige Bitcoin-Halter. Ursprünglich ein Anbieter von Datenanalysetechnologien, wandelte sich das Unternehmen nach dem Bitcoin-Einstieg des Mitbegründers Michael Saylor im Jahr 2020 zu einem "Bitcoin-Treasury-Unternehmen". Saylor hatte damals Bitcoin als beste Methode zur Wertaufbewahrung und zum Sparen von Aktionärsgeldern proklamiert.
Diese Strategie ließ den Aktienkurs des Unternehmens in die Höhe schießen. Von einem Preis von 14 Dollar pro Aktie im August 2020, als Strategy erstmals Bitcoin erwarb, stieg er auf stolze 362 Dollar – ein beeindruckender Anstieg um 2.160 Prozent. Doch diese rasante Entwicklung blieb von regulatorischen Hürden nicht unberührt. Bereits im Jahr 2000 mussten Saylor und andere Führungskräfte der SEC eine Zahlung von 10 Millionen Dollar zur Rückerstattung unrechtmäßiger Erlöse und eine Million Dollar Strafe leisten, nachdem ihnen vorgeworfen wurde, die Gewinne und Umsätze des Unternehmens übertrieben dargestellt zu haben.

