Unruhe im Gazastreifen: Israeli ruft zur Evakuierung auf
Die angespannte Lage im Gazastreifen erfährt eine weitere Eskalation, nachdem die israelische Armee ihre Pläne zur Ausdehnung des militärischen Einsatzes konkretisiert hat. Unmittelbar vor strategischen Beratungen über eine potenzielle Verbreiterung des Konflikts veröffentlichte ein Sprecher der Armee einen eindringlichen Aufruf zur Evakuierung. Die Bewohner des Viertels Al-Saitun in der Stadt Gaza wurden aufgefordert, sich umgehend in Richtung Süden, zur humanitären Zone in Al-Mawasi, zu begeben. Diese Mitteilung deckt sich mit früheren Warnungen, dass die Streitkräfte ihre Operationen in den Westen ausdehnen wollen.
Parallel dazu erging ein weiterer Räumungsaufruf für bestimmte Bereiche der Stadt Chan Junis im südlichen Teil des Gazastreifens. Eine bemerkenswerte Ausnahme bildet jedoch das Nasser-Krankenhaus, das von der Evakuierungsorder ausgenommen ist. Hintergrund dieser militärischen Maßnahmen ist eine bereits seit 22 Monaten andauernde Krise im Gazastreifen, die ihren Ursprung in einem brutalen Angriff der Hamas auf israelischem Boden fand. Die Konsequenzen sind verheerend: Nahezu die gesamte Bevölkerung des Gebiets musste bereits mehrfache Flucht erdulden, und selbst innerhalb der als sicher geltenden Zone Al-Mawasi sind verlustreiche Angriffe keine Seltenheit.
Am Horizont droht eine weitere Zuspitzung, denn das israelische Sicherheitskabinett diskutiert laut Medienberichten bereits über einen umfassenden Plan zur Einnahme der gesamten Region. In Teilen der politischen Führung unter Premierminister Benjamin Netanjahu scheint die Zustimmung zu diesem Vorhaben zu wachsen, trotz gewichtiger Bedenken und Warnungen von militärischer Seite. Generalstabschef Ejal Zamir spricht von einer riskanten „Falle“, die nicht nur Soldaten, sondern auch die Sicherheit von Geiseln gefährden könnte.

