Unruhe an den Anleihemärkten: Trump droht mit Zollerhöhung gegen China und politische Unsicherheit in Frankreich
Der deutliche Anstieg der deutschen Bundesanleihen am Freitag zeigt die Reaktion der Märkte auf die aktuellen globalen Spannungen. Die jüngsten Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump gegenüber der Volksrepublik China haben zu merklicher Verunsicherung geführt. So verzeichnete der richtungsweisende Euro-Bund-Future ein Plus von 0,47 Prozent und erreichte 129,29 Punkte. Gleichzeitig fiel die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen auf 2,64 Prozent, ein Zeichen der Suche nach sicheren Anlagehäfen.
Trump stellte zudem ein geplantes Treffen mit Chinas Präsident Xi Jinping im Rahmen des Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgipfels in Frage und spekulierte öffentlich über eine deutliche Erhöhung der Zölle auf chinesische Waren. Dies geschah in Reaktion auf die aus seiner Sicht „feindseligen“ Exportkontrollen für seltene Erden seitens China. Die um sich greifende Unsicherheit spiegelt sich in der zögerlichen Marktstimmung wider.
Die politischen Unsicherheiten sind nicht auf den internationalen Handel beschränkt: Auch in Frankreich sind die Anleiherenditen leicht gesunken, wenn auch in geringerem Maße als in anderen Eurozonenländern. Die politische Krise im Land, ausgelöst durch den Rücktritt des Premierministers Sébastien Lecornu, sorgt weiterhin für Anspannung. Präsident Emmanuel Macron ist in intensiven Gesprächen mit den Parteispitzen, um die Regierungskrise zu überwinden. Der Ausgang dieser Gespräche, die mit der Ernennung eines neuen Regierungschefs enden sollen, bleibt abzuwarten.
Experten der Dekabank heben hervor, dass die Verabschiedung des Haushalts für 2026 ein Balanceakt bleiben dürfte, mit einem möglichen Risiko von Neuwahlen in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone.

