Unicredit setzt überraschende Gewinnsteigerung im dritten Quartal durch
Unicredit, die italienische Großbank, sorgt mit einer erneuten Gewinnsteigerung im dritten Quartal für Aufsehen. Trotz der laufenden Bestrebungen zur Übernahme der deutschen Commerzbank erzielte das Institut einen Überschuss von 2,6 Milliarden Euro, was einem Anstieg von knapp fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Diese Leistung übertrifft die Erwartungen der Analysten deutlich, wie die Bank in Mailand bekannt gab. Unicredit-Chef Andrea Orcel zeigt sich optimistisch und sieht die Bank auf dem Weg, das profitabelste Jahr ihrer Geschichte mit einem angestrebten Gewinn von rund 10,5 Milliarden Euro zu erreichen. An der Börse reagierten die Händler jedoch zunächst verhalten auf die positive Nachrichten. Die Unicredit-Aktie verzeichnete kurz nach Handelsbeginn in Mailand einen leichten Rückgang von einem halben Prozent und notierte bei 63,04 Euro, bewegt sich damit im Mittelfeld des EuroStoxx 50. Trotz minimalem Anstieg der Erträge auf knapp 6,2 Milliarden Euro übertrafen diese die Erwartungen der Experten. Besonders höhere Dividenden und Provisionen kompensierten rückläufige Zinserträge, während die Betriebskosten weitgehend stabil blieben. Zudem reduzierte die Bank ihre Rückstellungen für mögliche Kreditausfälle um ein Drittel im Vergleich zum Vorjahr.
Ein weiterer Gewinnfaktor ist die Berücksichtigung der Beteiligungen an der Commerzbank und der griechischen Alpha Bank in den Unternehmenszahlen von Unicredit. Die Italiener bauten im September 2024 ihre Beteiligung an der Commerzbank auf mehr als 26 Prozent aus und könnten diese über bereits erworbene Finanzinstrumente auf über 29 Prozent erhöhen. Überschreitet Unicredit die 30-Prozent-Marke, müsste sie nach deutschem Recht ein Übernahmeangebot für die restlichen Aktien abgeben. Die Übernahmepläne stoßen jedoch auf Widerstand. Die Führung der Commerzbank, der Betriebsrat sowie die Bundesregierung als zweitgrößter Aktionär stemmen sich gegen das Vorhaben. Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp fokussiert sich seit ihrem Amtsantritt konsequent auf erhöhte Gewinnausschüttungen, um die Aktionäre zu binden. Parallel dazu verfolgt die Bank drastische Kostensenkungen durch den Abbau tausender Stellen, insbesondere in Deutschland. Der Betriebsrat unterstützt diese Maßnahmen in der Hoffnung, die Eigenständigkeit des Frankfurter Dax-Konzerns zu sichern.

