UniCredit auf Kurs für EU-Genehmigung der Banco BPM-Übernahme
Die italienische Großbank UniCredit steht vor dem entscheidenden Schritt, um die ersehnte EU-Wettbewerbsgenehmigung für ihre Übernahmeofferte der Banco BPM zu erhalten. Als Teil der Strategie, Bedenken hinsichtlich einer möglichen Marktverzerrung entgegenzuwirken, plant UniCredit, 206 Filialen zu veräußern, wie mit der Sache vertraute Personen berichtet haben.
Die Mehrzahl der zu veräußernden Filialen befindet sich in Nord- und Nordostitalien und gehört zu Banco BPM, so die Quellen. Die Europäische Kommission, die als Wettbewerbshüter der 27 EU-Mitgliedstaaten fungiert, befürwortet Bankenzusammenschlüsse als Mittel zur Schaffung starker Kreditinstitute innerhalb des Blocks, wie eine der informierten Personen darlegte.
Im Zuge der Übernahme hat Italien seine "goldenen Befugnisse" aktiviert, um nationale Sicherheitsbedenken zu adressieren und spezifische Bedingungen an das Angebot von UniCredit zu knüpfen. Diese beinhalten, dass das Kredit-Einlagen-Verhältnis von Banco BPM für fünf Jahre nach der Akquisition unverändert bleibt. Zudem darf UniCredit die Bestände von Banco BPM an italienischen Wertpapieren, die mit Anima Holding verknüpft sind, nicht reduzieren. Anima Holding ist ein Fondmanager, den Banco BPM zu Beginn des Jahres erworben hat.
UniCredit hat die von der Regierung auferlegten Bedingungen rechtlich angefochten, und eine Gerichtsverhandlung ist für den 9. Juli angesetzt.

