Ungewisse Zukunft der Krankenkassen: Reformen dringend nötig
Versicherte in Deutschland stehen erneut vor einer ungewissen Zukunft, da die Möglichkeit weiterer Kostensteigerungen im Raum steht. Ab dem 1. Januar 2026 könnten die Krankenkassenbeiträge steigen, sofern die Politik nicht zeitnah Gegenmaßnahmen ergreift. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) plant ein Sparpaket, das besonders die wachsenden Ausgaben im Kliniksektor eindämmen soll.
In der laufenden Diskussion um Einsparpotenziale gibt es von Ärzten Vorschläge für geänderte Krankschreibungsregeln. Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, thematisierte die gesetzliche Regelung, nach der Arbeitgeber bereits nach drei Tagen eine Krankschreibung verlangen können. Diese Regel führt zu vielen Arztbesuchen, die Gassen als unnötig betrachtet. Er spricht sich dafür aus, Arbeitsunfähigkeitsnachweise erst nach vier oder fünf Tagen zu verlangen. Derzeit können Arbeitgeber zwar schon am ersten Krankheitstag eine Bescheinigung verlangen, aber ein Drittel der Krankschreibungen endet nach drei Tagen. Diese Änderung könnte das System um erhebliche Ressourcen entlasten.
Das Gesundheitsministerium hält sich zu diesen Überlegungen zunächst bedeckt. Im Fokus steht die dringende Notwendigkeit zur Kostensenkung, um Beitragsstabilität zu gewährleisten. Aktuell klafft eine Finanzierungslücke von zwei Milliarden Euro. Die vorgeschlagenen Sparmaßnahmen werden nun in die internen Beratungen eingebracht. Konkret will man bei den Verwaltungskosten der gesetzlichen Krankenversicherungen und durch geringere Einzahlungen in den Forschungsfonds jeweils 100 Millionen Euro einsparen. Eine Reduzierung der überhöhten Vergütungen für Kliniken könnte ebenfalls maßgeblich zur Schließung der Finanzierungslücke beitragen. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft zeigte sich kritisch gegenüber den geplanten Änderungen, während die Grünen auf eine notwendige strukturelle Lösung anstatt vermeintlich hektischer Maßnahmen plädieren.
Die Bundesregierung steht unter Druck, rasch zu entscheiden. Bereits am Mittwoch wird eine Prognose zur finanziellen Entwicklung der Kassen präsentiert, um die Notwendigkeit weiterer Beitragserhöhungen zu beurteilen. GKV-Vorstand Oliver Blatt betont die Notwendigkeit zusätzlicher Stabilitätsbeiträge aus der Pharmaindustrie und der Ärzteschaft. Diese Maßnahmen könnten für eine dringend erforderliche Ausgabenbegrenzung sorgen.

