Unerwartete Erschöpfung von Hilfsgeldern: Missbrauchsopfer fordern verlässliche Unterstützung
Die Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Kerstin Claus, hat dringend an die Regierung appelliert, den Versprechen hinsichtlich der Hilfeleistungen für Missbrauchsopfer nachzukommen. Claus wies mit Nachdruck darauf hin, dass Betroffene auf die Zusagen der Bundesregierung angewiesen seien, um dringend benötigte Therapien und medizinische Unterstützungen in Anspruch nehmen zu können.
Auslöser der Debatte ist eine kürzliche Änderung der Antragsbedingungen für den Fonds Sexueller Missbrauch, die auf der Website des Fonds bekannt gegeben wurde. Der Fonds hatte ursprünglich zugesagt, dass Erstanträge bis zum 31. August dieses Jahres bearbeitet werden könnten. Nun jedoch heißt es, dass bereits seit dem 19. März eingegangene Anträge nicht mehr berücksichtigt werden, da die Mittel wegen zu hoher Nachfrage bereits vorzeitig erschöpft seien.
Angesichts dieser Entwicklungen kritisierte Claus den abrupten Bewilligungsstopp scharf. Sie gab ihrer Bestürzung Ausdruck darüber, dass rechtzeitig eingereichte Anträge nachträglich ausgeschlossen und neue Anträge bis zum ursprünglich kommunizierten Stichtag im Jahr 2025 abgelehnt werden sollen. Claus forderte eine kurzfristige Anpassung der Maßnahmen, um sicherzustellen, dass die Versorgung der Betroffenen nicht gefährdet wird.
Bundesfamilienministerin Karin Prien äußerte sich im Bundestag zu den finanziellen Engpässen. Prien strebt an, bis Anfang 2026 eine Neuaufstellung des Hilfesystems zu erreichen, um langfristige Unterstützungen gewähren zu können. Unterdessen hatte der Bundesrechnungshof die erheblichen Finanzierungslücken im aktuellen System bemängelt, was zu der aktuellen Abwicklungsanforderung geführt hat.
Trotz der gegenwärtigen Herausforderungen versprechen Union und SPD in ihrem Koalitionsvertrag, das Hilfesystem in neuer Form fortzuführen.

