Unabhängigkeit der Notenbank: Nagel kritisiert Trumps Vorgehen gegen Fed-Chef
Joachim Nagel, Präsident der Deutschen Bundesbank, äußerte scharfe Kritik am Umgang der US-Regierung mit Jerome Powell, dem Chef der Federal Reserve. Er bezeichnete das Vorgehen als 'Unding' und zeigte sich zutiefst erschüttert über den politischen Druck, dem Powell ausgesetzt sei. Die USA hätten schließlich Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg die Bedeutung unabhängiger Zentralbanken nahegebracht und maßgeblich zur Gründung der Deutschen Bundesbank beigetragen, betonte Nagel im 'Tagesspiegel'.
In den letzten Monaten hat US-Präsident Donald Trump mit einer brisanten Kombination aus öffentlichem Druck, persönlichen Attacken und rechtlichen Drohungen versucht, Powell unter Druck zu setzen. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in Washington gegen Powell in Bezug auf die teure Renovierung des Notenbank-Gebäudes tragen weiter zur Kontroverse bei. Kritiker betrachten diese Vorgehensweise als Angriff auf die Eigenständigkeit der Federal Reserve, angeblich mit dem Ziel, von Trump geforderte Zinssenkungen durchzusetzen.
Die Notenbanker agieren bisher vorsichtig, um eine erneute Inflation zu vermeiden. Nagel, der Powell persönlich kenne und schätze, lobte dessen Kompetenz und Integrität in der amerikanischen Geldpolitik.

