UN-Sicherheitsrat alarmiert über Gewalt in Al-Faschir
Der UN-Sicherheitsrat hat seine tiefe Besorgnis über die eskalierende Gewalt in der sudanesischen Großstadt Al-Faschir zum Ausdruck gebracht. In einer einstimmigen Erklärung verurteilen die 15 Mitglieder den Angriff der RSF-Miliz scharf und fordern ein unverzügliches Ende der Gewalt. Die 'Gräueltaten' gegen Zivilisten werden mit Nachdruck verurteilt, ebenso wie die Forderung nach einer juristischen Aufarbeitung.
Bei der vorschnell einberufenen Sitzung in New York äußerte sich die stellvertretende UN-Generalsekretärin für Afrika, Martha Ama Akyaa Pobee, kritisch zur bisherigen Untätigkeit des Sicherheitsrates. Sie betonte, dass eine Verschlechterung der Situation in Al-Faschir bereits seit Monaten absehbar war. Pobee appellierte dringend an den Rat, alle verfügbaren Mittel zu nutzen, um den Frieden im Sudan zu sichern und warnte vor möglichen Massengräueltaten sowie ethnischer Gewalt. Die Sicherheit der Zivilbevölkerung, so Pobee, ist derzeit illusorisch.
UN-Nothilfekoordinator Tom Fletcher beschrieb Al-Faschir als 'Hölle', mit Berichten von Massenexekutionen und weiteren Verbrechen. Frauen, Kinder und ältere Menschen sind auf der Flucht Gefahren und Erpressungen ausgesetzt, junge Männer werden verschleppt oder getötet. Der Konflikt könnte sich bald auf den zentralen Bundesstaat Nord-Kordofan ausweiten, warnte Pobee weiter. Fletcher berichtete von andauernden Kämpfen, die bereits neue Flüchtlingsströme verursachen.
Im Sudan tobt seit April 2023 ein erbitterter Machtkampf zwischen dem amtierenden Machthaber Abdel-Fattah al-Burhan und Mohamed Hamdan Daglo, dem Anführer der RSF. Die Vereinten Nationen sprechen von der größten humanitären Krise weltweit.

