Umweltverbände schlagen Alarm: CCS-Pläne als potenzielle Klimaschutz-Bremse
Die geplanten Möglichkeiten zur unterirdischen CO2-Speicherung stoßen auf heftige Kritik von Umweltverbänden, die ernsthafte Rückschläge für Klimaschutz und Energiewende befürchten. In einem umfassenden Schreiben an führende Fachpolitiker im Bundestag äußern acht renommierte Umweltorganisationen ihre tiefen Sorgen über die bevorstehende Novelle des relevanten Gesetzes.
Die Bundesregierung verfolgt das Ziel, Abscheidung, Transport und Speicherung von Kohlendioxid für industrielle Prozesse zu ermöglichen, wie Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) erläutert. Dies betrifft vorwiegend Industriezweige wie die Zement-, Kalk- und Aluminiumproduktion, in denen CO2-Emissionen als unvermeidlich gelten.
Die Verbände jedoch warnen, dass die gegenwärtigen Pläne eine großflächige Einführung der sogenannten Carbon Capture and Storage (CCS) Technologie zur Folge haben könnten. Besonders Sorge bereitet ihnen die Möglichkeit, dass diese Technologie auch auf vermeidbare Emissionen, etwa bei industrieller Prozesswärme oder in der Stromerzeugung, ausgedehnt wird.
Einige Umweltorganisationen argumentieren, dass CCS den Einsatz fossiler Energieträger wie Gas langfristig festigen könnte. Investitionen in CCS-Infrastruktur könnten der Nutzung von Gas, Kohle und Öl in der Industrie über mehrere Jahrzehnte Vorschub leisten. In diesem Kontext fordern die Verbände, CCS nicht für Gaskraftwerke einzusetzen, um eine andauernde Abhängigkeit von Gas zu verhindern.
Der kritische Brief wurde vom Deutschen Naturschutzring, dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), Greenpeace, Deepwave, Germanwatch, dem WWF, der Deutschen Umwelthilfe und dem Naturschutzbund Deutschland (Nabu) unterzeichnet. Am Donnerstagabend wird der Bundestag in einer ersten Sitzung über die heikle Gesetzesreform beraten.

