Ukraine sucht Unterstützung bei Nato und Baltikum wegen russischer Luftangriffe
Die Ukraine hat aufgrund der anhaltenden schweren russischen Luftangriffe die Nähe zu ihren Partnern im Baltikum und bei der Nato gesucht. Während seines ersten Auslandsbesuchs in diesem Jahr forderte Präsident Wolodymyr Selenskyj in Litauen mehr Waffenhilfe zur Abwehr der Bombardements. Insbesondere Flugabwehrsysteme seien dringend benötigt. In Brüssel wurde aufgrund der massiven russischen Luftangriffe der Nato-Ukraine-Rat einberufen, bei dem zahlreiche Alliierte Pläne für die Bereitstellung von weiteren Fähigkeiten skizzierten. Es ist die Rede von Unterstützung im Wert von Milliarden Euro.
Russland feuerte über 500 Raketen auf die Ukraine ab
Den Angaben Selenskyjs zufolge feuerte Russland über den Jahreswechsel mindestens 500 Raketen, Marschflugkörper und Drohnen auf die Ukraine ab. Trotzdem konnten 70 Prozent erfolgreich abgefangen werden, jedoch gab es immer noch Dutzende von Toten und Verletzten sowie erhebliche Schäden.
Ukraine von westlicher Unterstützung abhängig
Die Ukraine verteidigt sich seit fast zwei Jahren gegen eine russische Invasion und ist in ihrer Ausrüstung weitgehend auf westliche Unterstützung angewiesen. Allerdings werden derzeit in vielen Ländern Diskussionen über das Ausmaß und das Ziel dieser Hilfe geführt. In den USA, dem wichtigsten Unterstützer, stecken neue Hilfen derzeit aufgrund eines politischen Streits im Kongress fest.
Selenskyj: Putin wird nicht aufhören
Präsident Selenskyj betonte während seines Treffens in Vilnius, dass er keinen Druck seitens der Verbündeten spüre, den Krieg an der derzeitigen Front einzufrieren. Es sei wichtig, die Rhetorik von Russlands Präsident Wladimir Putin ernst zu nehmen, da dieser die Ukraine vollständig besetzen wolle. Selenskyj rief zu gemeinsamer Gegenwehr gegen Putin auf und betonte, dass dieser nicht aufhören werde, solange er nicht gestoppt werde. Selenskyj hat bereits weitere Besuche in den baltischen Nachbarländern Lettland und Estland geplant.
Litauen sichert Ukraine weitere militärische Unterstützung zu
Litauens Präsident Gitanas Nauseda sicherte der Ukraine während des Treffens in Vilnius weitere Unterstützung zu. Im Januar sollen erneut Munition, Generatoren und Sprengsysteme in die Ukraine geschickt werden, gefolgt von der Lieferung gepanzerter Personentransporter im Februar. Darüber hinaus wird Litauen ukrainische Soldaten ausbilden und die Kooperation mit der Verteidigungsindustrie stärken. Vilnius hat einen langfristigen Plan für Militärhilfe im Wert von etwa 200 Millionen Euro genehmigt.
Nato diskutiert über Unterstützung der Ukraine
Vertreter der 31 Nato-Staaten und der Ukraine haben in Brüssel über die aktuellen Entwicklungen im Kriegsgebiet beraten. Die Regierung in Kiew hatte um das Treffen gebeten, da es russische Raketenangriffe über Neujahr gegeben hatte. Welche konkreten Unterstützungsmaßnahmen von den Nato-Partnern in Aussicht gestellt wurden, bleibt vorerst offen. Die Nato nannte jedoch die geplante Bereitstellung von zusätzlichen Flugabwehrsystemen als Beispiel für Hilfszusagen. Generalsekretär Jens Stoltenberg betonte, dass die Nato-Verbündeten die Luftverteidigung der Ukraine verstärken, während Moskau seine Angriffe auf ukrainische Städte und Zivilisten intensiviert.
EU treibt Hilfen für Ukraine voran
Die Europäische Union setzt trotz des Widerstands Ungarns die Vorbereitungen für neue Milliardenhilfen für die Ukraine fort. Vertreter der Mitgliedstaaten beschlossen mehrheitlich, Verhandlungen mit dem Europaparlament aufzunehmen, um das Hilfsprogramm schnell umzusetzen. Eigentlich sollten beim EU-Gipfel im Dezember Hilfen in Höhe von 50 Milliarden Euro für die kommenden vier Jahre beschlossen werden, doch Ungarn legte sein Veto ein.
Unterirdische Schule in Charkiw
Aufgrund der anhaltenden russischen Angriffe soll im März in der ostukrainischen Großstadt Charkiw die erste unterirdische Schule in Betrieb genommen werden. Der Bürgermeister Igor Terechow teilte mit, dass der Bau trotz feindlichen Beschusses und Frost wie geplant vorankomme. Vor Kurzem wurden bereits mehrere Klassenzimmer in der U-Bahn der Stadt eingerichtet, in denen derzeit über 1.000 Schüler in rund 65 Klassen unterrichtet werden. Etwa 40 Prozent der mehr als 110.000 Schüler halten sich laut Behördenangaben nicht mehr in Charkiw auf, sondern sind ins Ausland geflüchtet und lernen online in ihren alten Schulen. (eulerpool-AFX)

