Überraschende Inflationsabkühlung in Tokio: Ein Lichtblick für Japans Wirtschaft?
Die aktuelle Entwicklung der Verbraucherpreise im Großraum Tokio sorgt für positive Überraschung: Im Juni legten die Preise ohne Frischwaren im Jahresvergleich lediglich um 3,1 Prozent zu – eine deutliche Abschwächung gegenüber dem Vormonat, als die Rate noch bei 3,6 Prozent lag. Analysten hatten grundsätzlich mit einer Entspannung gerechnet, jedoch nur mit einem Rückgang auf 3,3 Prozent.
Dieser unerwartet starke Rückgang lässt sich auch in der allgemeinen Preisentwicklung erkennen, wo die Inflationsrate von zuvor 3,4 Prozent auf 3,1 Prozent fiel. Die Zahlen aus Tokio werden an den Finanzmärkten als Indikator für die landesweite Preisentwicklung geschätzt. Bisher zeichnete sich in den letzten Monaten ein Aufwärtstrend bei der Inflation ab, was unter anderem auf stark gestiegene Lebensmittelpreise zurückzuführen war.
Die Zentralbank Japans hält weiterhin am unveränderten Leitzins von 0,50 Prozent fest. Laut Commerzbank-Analyst Volkmar Baur dürfte die Inflation zur Jahresmitte ihren Höhepunkt erreicht haben. Er prognostiziert, dass die Preissteigerungsrate in den kommenden Monaten nachlassen könnte. Dies würde der japanischen Notenbank strategischen Spielraum eröffnen, um ohne hektische Maßnahmen agieren zu können.

