Trumps Zinsschranke: Ein Paukenschlag auf dem Kreditkartenmarkt
Die Ankündigung von Donald Trump, ab dem 20. Januar eine Zinsschraube für Kreditkarten in den USA einzuführen, schlägt hohe Wellen. Der ehemalige US-Präsident plant, die Zinssätze für ein Jahr auf maximal zehn Prozent zu deckeln, um die finanzielle Belastung der amerikanischen Bürger zu senken. In seinem Statement auf Truth Social hinterfragt er die bisher gängige Praxis und will die Lebenshaltungskosten in den USA erschwinglicher machen. Die konkrete Umsetzung bleibt jedoch unklar, was bei Banken und Lobbygruppen für Kopfschütteln sorgt.
Mit dem Vorstoß zielt Trump darauf ab, die US-amerikanischen Haushalte zu entlasten, die oft von Gehaltsscheck zu Gehaltsscheck leben und wenig Ersparnisse aufbauen konnten. Besonders das kreditfinanzierte Konsumverhalten in den USA führt zu hohen Verschuldungsraten, die im Schnitt mit 21,5 Prozent verzinst werden – so die Federal Reserve im letzten November. Trumps Pläne stellen damit eine deutliche Abkehr von seiner vorherigen politischen Linie dar, die er oft als Schutz vor „erschwinglichen“ Illusionen der Demokraten verteidigte. Überraschend greift er nun selbst zum Schlagwort der Erschwinglichkeit.
Der Widerstand von Bankenseite ließ nicht lange auf sich warten. Kritiker warnen vor drastischen Konsequenzen, die die Kreditvergabe erheblich erschweren könnten. Unklar bleibt jedoch, in welchem Umfang diese Effekte eintreten könnten. Analysten wie Matt Britzman von Hargreaves Lansdown erwarten Anpassungen der Kreditinstitute, die drastische Senkungen der Kreditlimits und Änderungen bei Prämienprogrammen umfassen könnten. Die Kartenorientierten Unternehmen und große Universalbanken stehen hierbei besonders unter Druck.
Trumps Veröffentlichungen kommen zu einem politisch brisanten Zeitpunkt, nämlich kurz vor den anstehenden Kongresswahlen im November, bei denen er seine republikanische Mehrheit im Repräsentantenhaus und im Senat sichern möchte. An der Börse folgte indes ein sofortiger Kursrutsch: US-Größen wie American Express, Visa und Mastercard verzeichneten am Montag spürbare Verluste. Auch europäische Banken wie Barclays, Banco Santander und Societe Generale konnten sich dem Abwärtstrend nicht entziehen, während die Deutsche Bank verhältnismäßig stabil blieb.

